Design Build Listen The Wand Master Series 9.5

Spotlight: The Wand Master 9.5

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Design Build Listen The Wand Master 9.5

Geht es Ihnen auch so? Sobald ich ein HiFi-Produkt aus seiner Verpackung schäle, laufen in meinem Kopfkino Vergleiche zu anderen „Spielzeugen“ ab.

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Als ich zum ersten Mal die Sperrholzschachtel dieses neuen Tonarms öffne, kommt mir zunächst meine alte Nikon in den Sinn. Sie wissen schon, die Kamera, mit der man zur Not auch einen Nagel in die Wand hauen kann. Denn auf den ersten Blick ist er ein richtig massives Kerlchen, dieser Tonarm namens The Wand Master 9.5 des neuseeländischen Herstellers Design Build Listen (kurz: DBL). Doch sobald man ihn in die Hand nimmt, relativiert sich das sofort. Die effektive Masse liegt übrigens im Idealkorridor um 14 Gramm herum, eine möglichst universelle Tonabnehmereignung ist somit gegeben.

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Design Build Listen The Wand Master Series 9.5

Der Wand Master ist eine Weiterentwicklung der bisherigen Produktlinie und zugleich das neue Oberhaupt in der hauseigenen Tonarmfamilie. In FIDELITY Nr. 24 (Ausgabe 02/2016) hat sich Helmut Hack schon ausführlich mit dem „Untertan“ Wand Plus beschäftigt. Daher werde ich technische Aspekte hier nur kurz anreißen. Die Wand Master Series (neben dem 9,5-Zöller gibt es auch längere, teurere Varianten in 10,3 und 12 Zoll) ist laut dem Deutschlandvertrieb Input Audio eine grundsätzliche Neuentwicklung, wobei das prinzipielle Design beibehalten wird. Die neue Silber-Carbonfiber-Struktur des Armrohrs soll klangliche Vorteile bieten; ganz neu ist die Möglichkeit zur horizontalen Dämpfung über Ölwanne und Paddel.

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Der Aufbau und die Justage aller Elemente führt mit erfahrener Hand dank der gut bebilderten Bedienungsanleitung und der Bauteil-Logik vergleichsweise schnell zum Ziel. Ich habe an meinem TW Acustic Raven GT zwei Stunden benötigt. Das optische Ergebnis ist schon mal sehr überzeugend, gerade auf Masselaufwerken sieht der Arm sogar richtig gut aus: Seine Proportionen passen, er strahlt eine Mischung aus Evolution und unbändiger Kraft aus.

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Kommen wir zur Kernfrage, zu den Klangeigenschaften. Der Wand Master 9.5 hat mich jetzt wochenlang begleitet. Zunächst montierte ich mein Backup-System Grado Statement The Reference Serie 1, ein leichtes MI-System. Die Abtastsicherheit ist im Wand Master mechanisch und klanglich beeindruckend. So kenne ich das Grado nicht, hier scheint der Einpunktlager-Arm der Kardan-Fraktion eher überlegen zu sein. So bewältigt das Gespann beispielsweise das 2016er Album IV der kanadischen Psychodeliker Black Mountain (das bei „Mothers Of The Son“ zu meinem Leidwesen zwei ausgeprägte Pressfehler zu überspielen hat) überraschenderweise viel souveräner. Der Wand Master 9.5 steht dem 10.5er-Tonarm TW Acustic Raven in kaum einem Punkt nach – ganz im Gegenteil, subjektiv notiere ich als Folge der Resonanzarmut auch hier und da mehr Spielfreude.

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Besagtes Grado ist für meinen Schick-9.6-Tonarm noch nie ein Idealpartner gewesen, dafür mag dieser das Ortofon Windfeld umso mehr. Dieses MC-System, von mir insbesondere wegen seiner körperhaften Abbildung hochgeschätzt, kommt jetzt in den Master. Durch die höhere Auflagekraft kann ich auf das ungeliebte Antiskating verzichten (oh, ich höre den Aufschrei …), und das Ortofon entfaltet im Wand seine ganze Klasse. In puncto Timing und Basstreue kann mein Schick zwar noch mithalten, doch bei Speed und Spielfreude zieht der Master davon. Ob Schostakowitschs Sinfonie Nr. 5 op. 47, ob das 2017er Album Sorceress der schwedischen Metaller von Opeth, ob Johnny Guitar Watsons A Real Mother For Ya von 1977 oder die famose Berliner Rockband Pothead mit der 2012er LP Jackpot – die Wand-Ortofon-Kombi spielt auf den Punkt. Allerdings gilt es noch das Potenzial der neuen Dämpfungsmöglichkeit zu erkunden. Zunächst höre ich die Schostakowitsch-Scheibe zweimal ohne Dämpfung, um mein Ohr „einzunorden“, dann mit Silikonöl-Dämpfung ebenso zweimal, danach noch einmal ohne Öl. Aus Skepsis wird Überraschung, denn in meinem Setup steigt mit der Dämpfung die Geschlossenheit, das Differenzierungsvermögen und die Klangintegrität vernehmbar. Und obendrein wird keinerlei Dynamik eingedampft oder gedeckelt – vielmehr wird eine Abstimmung auf die eigene Geschmackswelt möglich. Das werden viele ausgewiesene Vinyl-Heads mögen. Zum Beispiel ich.

Mein Fazit: Wer keine Vorbehalte gegen Einpunkttonarme hegt und offen für eine ungewöhnliche Designsprache ist, für den kann der Wand Master Maßstäbe setzen. Sein vergleichsweise günstiger Preis hebt ihn sogar sehr hoch auf die Best-Buy-Liste. Auf meinem persönlichen Einkaufszettel hat dieser Neuseeländer jedenfalls schon jetzt einen festen oberen Platz eingenommen.

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Design Build Listen The Wand Master Series 9.5
Einpunktgelagerter Tonarm
Preis: 2150 €

 

www.inputaudio.de

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FIDELITY 35 Titel mit Rahmen

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