Lumin D2 Streamingplayer

Lumin D2 Streamingplayer im Test

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Lumin D2 – Faktor 30:1

Lumin. Kennen Sie noch nicht? Dann sollten Sie sich den Namen der Hongkong-Chinesen schleunigst einprägen!

Wir kämpfen uns im Moment wieder durch die dunkle und kalte Jahreszeit. Man könnte nach Art eines Franz Müntefering sagen: „Winter ist Mist.“ Andererseits ist die Winterzeit immer eine fröhliche HiFi-Zeit. Während ich im Sommer zeitbedingt eigentlich nur meiner Vinyllust nachgehe, freue ich mich im Winter jeden Freitag auf die Neuerscheinungen bei Tidal HiFi. Die werden dann die ganze Woche abends durchgearbeitet. Schöne neue Digitalwelt.

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Lumin D2 Streamingplayer

Jaja, ich weiß, so neu ist diese Digitalwelt auch nicht mehr, aber das HiRes-Streaming nimmt erst seit kurzem so richtig Fahrt auf. Der chinesische, in Hongkong angesiedelte und zum Konzern Pixel Magic Systems Ltd. gehörende Hersteller Lumin ist ein absoluter Vorreiter auf diesem Gebiet. Was nur wenige wissen: Lumin hat 2012 den ersten DSD-Streamer überhaupt auf den Markt gebracht und kümmert sich seither ausschließlich um die audiophile Netzwerkwiedergabe. Ich mag solche Spezialisten. Überhaupt, während Deutschland im Jahr ganze 9000 Elektroingenieure ausbildet, sind es in China nach ungesicherter Recherche 225 000. Das sind um den Faktor 30 mehr! Fazit Nummer eins: Bisher schießt Masse noch keine Tore, d. h. chinesische Marken spielen noch keine Hauptrolle, und China benötigt den Löwenanteil seiner Ingenieure in der Auftragsfertigung, jedoch stellt sich nicht die Frage ob, sondern wann und wie maßgeblich China die zukünftige HiFi-Welt verändern wird. Wir werden es sehen.

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Der D2 ist das Einstiegsangebot in die Lumin-Welt. Und was für eines! So viel sei vorab verraten: Für mich gilt er unabhängig vom Preis in seiner Gattung mit integriertem DAC fast als Traumgerät. Auch in Deutschland hat der Streamingmarkt 2018 den physischen Tonträgermarkt überholt, das Verhältnis der Umsatzanteile liegt jetzt bei rund 60 zu 40, in fast allen anderen relevanten Ländern tendiert dieses Verhältnis noch stärker zum Datenstream. So liegt zum Beispiel der Marktanteil im Spotify-Geburtsland Schweden bei über 90 Prozent. Böse Zungen behaupten, dass CDs fast nur noch als Helene-Fischer-Geschenkedition über die Ladentheke gehen – hoffentlich stimmt das nicht. Ich selbst kann mich allerdings auch nicht mehr an die zuletzt von mir gekaufte CD erinnern. Das meistgestreamte Stück ist übrigens Queens „Bohemian Rhapsody“ aus dem Jahr 1975. Fazit Nummer zwei: Die Gerätegattung Netzwerkspieler wird im Ranking weiter zulegen.

Beim Auspacken kommt die erste Überraschung. Wow! Verdammt hochwertig wirkendes Gerät. Komplettes Aluminiumgehäuse, relativ schwer und tadellos verarbeitet. Da ich ein Bedienungsanleitungsmuffel bin, habe ich den D2 direkt per HMS Grand Finale Jubilee angeschlossen und ins Heimnetzwerk eingebunden. Parallel habe ich die Lumin-App auf meinem iPad installiert. Und siehe da, alles greift umstandslos ineinander. So muss das sein. Nach dem mittlerweile üblichen Firmware-Update beim Erstkontakt mit dem Internet zeigt das edle blaue OLED-Display seine Spielbereitschaft an.

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Hardwareseitig hat Lumin mit dem D2 ein formidables, hochattraktives Paket geschnürt. Im Gegensatz zum Vorgänger D1 ist das Netzteil nun bestens abgeschirmt ins Gehäuse integriert. Gleich zwei Wolfson-DAC-Chips vom Typ WM8741 kümmern sich kanalgetrennt um die fachgerechte Bit-zu-Ton-Verwandlung. Ich mochte in den glanzvollen Jahren der CD-Spieler-Schlachtschiffe den Wolfson-Klangstempel immer besonders gerne. Warum? Einfach ein Bauchgefühl – es klang wirklich immer natürlich. Das ganze Gerät ist durchgängig symmetrisch aufgebaut und verfügt neben Cinch- auch über XLR-Line-Ausgänge. Ein BNC-Digitalausgang für zukünftige Aufgaben ist ebenfalls an Bord, USB-Eingänge für Datenspeicher gehören ohnehin zum guten Ton. Leider ist der hervorragende DAC nicht mit anderen Quellen nutzbar, da der D2 keinen digitalen Eingang bereitstellt. Übrigens der einzige Sachverhalt, den man möglicherweise als Nachteil bezeichnen könnte. Oder doch nicht? Ich mag Geräte, die sich ausschließlich auf eine Sache konzentrieren. Trotzdem bedeutet es hier, dass für weitere Digitalquellen (TV oder CD-Player) ein weiterer DAC ins Rack muss – das mag nicht jeder gut finden. Zumindest bekommen Sie mit dem D2 ein Gerät, das die preisgleiche Konkurrenz meiner Meinung nach in Sachen Streaming und NAS-Handling überflügelt. Alle denkbaren Datenformate und Systemstandards werden unterstützt. Die Liste ist lang: DSD, PCM, MQA etc. Natürlich ist er auch „roon ready“. Ohne Roon geht in Amerika bekanntlich fast nichts mehr, ein Zug, auf den fast jeder Hersteller aufgesprungen ist. Deutschland braucht immer ein wenig länger, doch auch hierzulande wird Roon sicherlich einer der Hauptstandards werden.

Lumin D2 Streamingplayer

Ich bin ein eifriger Nutzer der plattformübergreifenden Roon-Software, deren Bedienoberfläche versucht, das haptische Erlebnis echter Tonträger mit vielen neuen Ansätzen auf die Software-Ebene zu übertragen. Es bedarf zwar kurzer Einarbeitung, die Software läuft aber stabil und bietet bis dato maximale Funktionsvielfalt. Ich nutze Roon jetzt seit einem Jahr und bin in höchstem Maße zufrieden damit. Insbesondere bei einem so hohen Gerätedurchlauf, wie man ihn als HiFi-Autor erleiden muss, ist Roon ein hilfreicher Segen. Mit dem D2 konnte ich jetzt erstmalig das Tidal Masters MQA ausprobieren und bin begeistert. MQA wird im Netz und in der HiFi-Gemeinde zwar kontrovers diskutiert, ich finde jedoch, dass MQA die Redbook-CD weit hinter sich lässt. Das ist hör- und erlebbar. Punkt.

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MQA bietet die Lumin-App ebenfalls, und auch sonst hat sie mit einer nicht erwarteten Performance überzeugt. Qobuz, Tidal, MQA, Spotify, Internetradio TuneIn, NAS, AirPlay etc. ist nativ implementiert, alles läuft flüssig und kann ohne große Klimmzüge ausgeführt werden. Solche Vielfalt ist im Konkurrenzumfeld extrem selten. Vorbildlich ist auch, wie der Umgang mit der App auf der Lumin-Webseite auf einfach begreifliche Weise erläutert wird. Schnelligkeit, intuitiver Workflow und ein gut gefüllter virtueller Werkzeugkoffer können im täglichen Umgang durchaus begeistern. Darüber hinaus läuft die App sehr stabil – ich habe keine Hänger oder Abstürze erlebt. Das ist bei vielen anderen Apps nicht selbstverständlich.

Klanglich lässt der D2 so rein gar nichts anbrennen. Bei allen Formaten bietet er eine wunderbare Balance und Übersicht in der Bühnenabbildung, Attacke und Dynamiksprünge werden gelassen, aber messerscharf herausgehauen. Wenn ich hier sage, dass das Klangbild eine gewisse Einfühlsamkeit und Weichheit bietet, werden manche das sofort in die negative Ecke stellen. Das ist aber grundfalsch, denn ich meine damit eher den wirklich schönen Spielfluss im Gegensatz zur übertriebenen Detailverliebtheit manch anderer vergleichbarer Geräte, die schnell als anstrengend empfunden werden können. In der Qualität, wie sie vom D2 geliefert wird, reicht mir sogar das CD-Streaming. HiRes ist zwar immer wieder ein Erlebnis, aber das kann Vinyl auch bieten, wenn auch nur bei intensiver Nutzerassistenz (sprich penibler Anpassung und Justage aller Systemparameter etc). Das schüttelt der D2 mit HiRes-Material aber einfach so aus dem Ärmel. Erstaunlicherweise bietet auch MQA ein vergleichbares Faszinosum, obwohl es zwar ein hochauflösendes, aber nichtsdestotrotz datenreduziertes Format darstellt. Mehr davon! Fazit Nummer drei: MQA und HiRes ist endgültig im bezahlbaren Bereich angekommen.

Lumin D2 Streamingplayer

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Was soll ich sagen? Vor 13 Jahren wurde Angela Merkel Bundeskanzlerin. Da gab es noch nicht einmal das iPhone, geschweige denn das iPad. Heute berichte ich hier von einem Universalgenie in Sachen Netzwerk-Streaming, das mit knapp 2300 Euro finanziell sogar noch irgendwie erreichbar ist. Hut ab – ich kann den Lumin D2 unter allen Gesichtspunkten nur empfehlen, zumal er auch dem Nicht-IT-Experten die Einbindung in die heimische HiFi-Anlage vorbildlich einfach ermöglicht. Lumin sagt selbst auf der eigenen Webseite: „Vielleicht das am meisten überraschende Produkt in unserer Angebotspalette.“ Recht haben sie da. Und was nun? Höre ich mir das Massenphänomen „Bohemian Rhapsody“ doch auch mal an. In MQA? Oder vielleicht als DSD? Warum eigentlich nicht …

Lumin D2 Streamingplayer Navigator

 

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Streamingplayer LUMIN D2

Digitale Schnittstellen: LAN, USB für Datenspeicher
Ausgang digital: S/PDIF (BNC)
Ausgänge analog: 2 x Line (unsymmetrisch/Cinch, symmetrisch/XLR)
DAC-Chip: 2 x Wolfson WM8741
Streamingprotokolle: UPnP, Roon Ready, Spotify, Apple AirPlay, Gapless
App-Merkmale: native Unterstützung für Tidal, MQA, Qobuz und TuneIn
Ausführung: Aluminium gebürstet, silbern oder schwarz
Besonderheiten: OLED-Display, Erdungsmöglichkeit, Erweiterung durch L1-NAS von Lumin mit USB-A-Protokoll bzw. USB 3.0
Maße (B/H/T): 30/6/24 cm
Gewicht: 3 kg
Garantiezeit: 5 Jahre
Preis: 2300 €

 

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www.audiolust.de

www.luminmusic.com

 

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Mitspieler:
Plattenspieler: Transrotor Massimo mit 2 Motoren
Tonarm: Schick Liebenthal 9.6
Tonabnehmer: Ikeda 9TS
Phonovorverstärker (integriert): Nagra PL-P
DAC + Streaming: Auralic Altair
Vorverstärker: Nagra PL-P
Endstufe: Pass XA25
Lautsprecher: Dynaudio Special Forty
Kabel: Graditech Kide3 und Lumi2, HMS Suprema, Van den Hul Integration, Cardas Clear Cygnus
Stromversorgung: PS Audio Dectet Power Conditioner
Zubehör: Tabula Rasa, Dereneville Plattentellerauflage

Die angezeigten Preise sind gültig zum Zeitpunkt der Evaluierung. Abweichungen hierzu sind möglich.
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