FIDELITY Feedback: Machinedrum – Vapor City Archives

Mit Vapor City Archives führt Travis Stewart aka Machinedrum sein musikalisch-imaginäres Städteprojekt weiter, das mit Vapor City vor zwei Jahren bei Ninja Tune begann. Einzelne Tracks sind jeweiligen City Districts zugeordnet und mäandern dabei stilistisch zwischen unterschiedlichen Welten elektronischer Musik.

Machinedrum – Vapor City Archives

Machinedrum – Vapor City Archives
Ninja Tune, 2014

Sowohl beim Ausgangsalbum als auch bei Stewarts neuer Produktion überwiegt immer wieder der Versuch, akustische Sanftheit und elektronische Härte überlappend und sich gegenseitig befruchtend auszutauschen. Rein konstruktiv betrachtet handelt es sich dabei um ein eher banales Konzept, das aber erstaunlich gut aufgeht, wirken die Gegensätze doch immer klug gesetzt und integrierend, was sicherlich auch daran liegt, dass der am Schlagzeug geschulte New Yorker DJ und Soundtüftler sich bei den Beats bewusst Old-School-orientiert gibt und tief in die bereits verblichene Jungle-Kiste greift, wo er wunderbare Patterns findet, die sich perfekt mit souligen Vocals und Akustikgitarren kreuzen lassen.

Perfekter Anspieltipp des Albums ist sicherlich der Track „Hard 2 Be“, der scheinbar aus dem Nichts sich langsam in den Gehörgang einfädelt, Vocal Loops zu einer sich beschleunigenden Hi-Hat setzt, um dann kaum wahrnehmbar Fahrt in Richtung fetter Junglebeats aufzunehmen. Das ist sehr gekonnt produziert, beinahe schon ein wenig artifiziell, aber doch nie künstlich aufgesetzt. Fast rauschhaft dreht man die in einem anspruchsvoll gestalteten Fold Out Cover verpackten vier Plattenseiten immer wieder um.

 

 

Dieser Beitrag erschien ursprünglich in FIDELITY Nr. 20 (4/2015)

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