FIDELITY Feedback: Callejon – Wir Sind Angst

„Wir sind die neue Generation / Veni vidi vici – uns gehört der Thron!“ An Selbstbewusstsein mangelt es den „glorreichen Fünf von Callejon“ tatsächlich nicht. Doch die Düsseldorfer dürfen das, ihre Erfolgsbilanz ist beachtlich. Callejon gelten als Pioniere, haben als Erste das wütende Genre Metalcore mit deutschen Texten vertont, verstehen sich als DIY-Band im besten Sinne – und durften mit ihrem 2012er-Album den Lohn dafür einfahren: Blitzkreuz stieg auf Platz neun in die Charts ein, es folgten Auftritte im TV, Support-Touren für internationale Szenegrößen und eine Fanbase, die über Nacht explodierte.

Callejon

Callejon – Wir Sind Angst
Four Music/Sony, 2015

Berechenbar sind Callejon dadurch nicht geworden. Wir Sind Angst ist genau das nicht, was man nach einem kommerziellen Überflieger erwartet hätte. Statt Mainstream-Flirt hagelt es umbarmherzige Härte. Ja, Callejon verstehen es noch immer, zwingende, eingängige Hooks zu schreiben. Doch was auf Wir Sind Angst dazwischen stattfindet ist rohe, ungezügelte Wut. Ein weicheres Album hätte laut Sänger BastiBasti nicht das wiedergegeben, was die Band wirklich empfindet. Kongenial haben Callejon für ihr inneres Pandemonium eine angemessene Soundästhetik gefunden: Wir Sind Angst wurde komplett analog aufgenommen. Songs wie der hymnische Titeltrack, das wuchtige „1000 PS“, das schmerztrunkene „Dunkelherz“ oder das angriffslustige Rettungspaket „Raketen“ bringen das Lebensgefühl einer ganzen Generation auf den Punkt – unmittelbarer lässt sich Metalcore aus Deutschland derzeit nicht erleben!

 

 

Dieser Beitrag erschien ursprünglich in FIDELITY Nr. 19 (3/2015)

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