FIDELITY Feedback: Dorian Concept – Joined Ends

Wiener Produzenten und DJs können auch anderes als Downbeats. Oliver Thomas Johnson aka Dorian Concept wurde früh mit HipHop und den Klängen von Ninja Tune musikalisch sozialisiert, experimentierte dann autodidaktisch mit Musiksoftware und lernte Klavier, E-Bass und Saxofon. Aus dieser Zeit stammt auch die Präferenz für die Sounds eines Mikrokorgs oder einer Wurlitzer.

Dorian Concept

Dorian Concept – Joined Ends
Ninja Tune, 2014

In der Folgezeit nutzt er konsequent die digitalen Verbreitungskanäle von MySpace und Youtube, die ihm die Aufmerksamkeit von Giles Peterson, dem Cinematic Orchestra und Flying Lotus bringen, in deren Vorprogramm (Cinematic Orchestra) und Bands (Flying Lotus) er fortan spielen sollte. Nun die erste Albumveröffentlichung bei seinem großen Vorbild Ninja Tune, nachdem zuvor bereits eine EP dort erschienen war. Überraschend ist die Abkehr von der doch mitunter brachialen Beatlastigkeit seiner früheren Produktionen. Stattdessen tauchen wir ein in eine verspielte und sphärische Welt überwiegend analoger Klänge, die immer wieder überraschende neue Wendungen nehmen. Und hier schließt sich dann doch wieder der Kreis zur Wiener Musikszene der frühen 2000er Jahre: Hier wie dort werden vor allem Ohren, Kopf und Bauch angesprochen, die Beine bleiben in aller Regel ruhig, ein minimales Wippen vielleicht ausgenommen. Man darf gespannt sein, wie die Liveumsetzung von Joined Ends erfolgen wird, insbesondere, ob Dorian Concept sein Publikum sitzen oder stehen lässt, was eine Frage der Beats sein dürfte. Warten wir es ab.

 

 

Dieser Beitrag erschien ursprünglich in FIDELITY Nr. 18 (2/2015)

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