FIDELITY Feedback: Tosca – Outta Here

Peter Kruder und Richard Dorfmeister gelten zu Recht als Ikonen der elektronischen Musik der späten 90er und frühen 2000er Jahre. Keiner verschleppte die Downbeats perfekter als die beiden Wiener. Nicht nur in ihrer gemeinsamen Duo-Arbeit, sondern auch in ihren jeweiligen Parallel-Projekten wie Tosca oder Peace Orchestra wirkten sie stilbildend.

Tosca – Outta Here

Tosca – Outta Here
!K7; 2014

Tosca, bereits 1994 von Peter Kruder in Zusammenarbeit mit Rupert Huber gegründet, ist dabei sicherlich das bekannteste Projekt geworden. Nach längerer Pause folgte Ende 2013 das Album Odeon und nun nur kurze Zeit später das Album Outta Here. Kruder und Huber erweitern sich hier vom Duo zum Quartett: Rob Gallagher wurde in den späten 80er Jahren als Chef der britischen Acid-Jazz-Formation Galliano berühmt, Cath Coffey ist Mitglied der Stereo MCs. Auf den ersten Blick wirkt die Musik nun wesentlich direkter als zuvor, auf dem aktuellen Album noch mehr als auf Odeon. Auffällig ist die Hinwendung zur klassischen Songstruktur mit durchgehenden Vocals, die Anreicherung mit Soul- und Funk-Elementen. Und prompt tappen Kruder und Hupert in die Falle, in der sich auch schon Yello mit Touch und Kraftwerk mit Tour De France verfangen haben: Es ist das Dilemma, nach längerer Pause als ehemals innovatives und stilbildendes Projekt die Entscheidung zwischen Neuerfindung oder Retromaßnahme zu treffen. In allen drei Fällen wurde aber nur eine halbherzige Entscheidung getroffen, wodurch nur eine mittelmäßige Veröffentlichung entstand, die weder Fisch noch Fleisch ist.

 

 

Dieser Beitrag erschien ursprünglich in FIDELITY Nr. 18 (2/2015)

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