FIDELITY Feedback: Fritz Kalkbrenner – Ways Over Water

Früher war er nur der kleine Bruder von Techno-Star Paul Kalkbrenner, heute ist Fritz Kalkbrenner selbst weltweit gefragt. Glaubt man den Interviewaussagen der Brüder, so gibt es zwischen ihnen ein blindes musikalisches Verstehen, das sich jeder Konkurrenzsituation entzieht. Mit seinem Mix aus House-Beats und Soul-Stimme füllt Fritz Kalkbrenner mittlerweile selbst die großen Festivals.

Fritz Kalkbrenner – Ways Over Water

Fritz Kalkbrenner – Ways Over Water
Suol, 2014

Und auch Paul Kalkbrenner verdankt seinen größten kommerziellem Erfolg eigentlich seinem Bruder, denn seine bekannteste Nummer „Sky And Sand“ aus dem Film Berlin Calling basiert auf dem wunderbaren Sprechgesang mit dem Mini-Touch Soul des kleinen Bruders. Womit wir auch schon bei dem wesentlichen Unterschied zwischen den Brüdern angelangt wären: Während Paul Kalkbrenner der typische Vertreter einer eher abgezirkelten und sehr technischen Technowelt ist, orientiert sich Fritz Kalkbrenner immer an afrikanischen Beats und Soulgesang. Insofern ist er auch mehr Songwriter als Technoproduzent, auch wenn bei ihm die Beats auf allen Schlagzeiten schwer pumpen. Aber da sind auch immer wunderbare Bläsersätze und kleinen Gesangskantilenen, die das Album bei aller Beatlastigkeit beinahe zum Schweben bringen, ganz gemäß dem Titel Ways Over Water. Glich das Vorgängeralbum Sick Travellin noch einer Achterbahnfahrt mit beständigem Stop and Go, so schmiegen sich die aktuellen Tracks geradezu in den Gehörgang, ohne dass man merkt, dass unter einem die Beine längst zu zappeln begonnen haben. So soll es sein.

 

 

Dieser Beitrag erschien ursprünglich in FIDELITY Nr. 18 (2/2015)

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