FIDELITY Feedback: Mr Oizo – The Church

Mr. Oizo ist zurück. Und wie. Quentin Dupieux hat es dafür von Frankreich nach L.A. verschlagen, um nach längerer Pause mal eben ein knapp 30minütiges Opus mit dem schwergewichtigen Namen The Church aus dem kleinen Finger zu schnippen. Sie erinnern sich? Der breiten Öffentlichkeit ist Mr. Oizo vor allem durch sein „Flat Beat“ aus dem Jahre 1999 bekannt. Es wurde mehr als drei Millionen Mal verkauft und war in verschiedenen Ländern (z.B. Großbritannien, Deutschland) auf Platz eins der Charts. Für dieses Lied erhielt er eine Nominierung in der Kategorie „Dance“ bei den Brit Awards, neben anderen Künstlern wie Jamiroquai, Chemical Brothers und Fatboy Slim.

Mr Oizo – The Church

Mr Oizo – The Church
Brainfeeder, 2014

Fortan werkelte die Doppelbegabung aus Regisseur und Musiker mehr als Undergound-DJ und entwickelte mit der Ableton-Software Zufallstracks, die absolut dancetauglich waren. Nach vierjähriger Albumpause nun also wieder ein wilder Mix aus dem Software-Häcksler, der es in sich hat. Entgegen dem pathetischen Albumtitel scheppert, grunzt, quietscht, fiept und lamentiert es derart blasphemisch, dass bei aller Chaotik die Füße nicht stillhalten wollen. Die Hand geht zum Volume-Regler um die Musik auch wirklich ganz, ganz laut zu drehen. Ähnlich wie auch schon beim letzten Aphex-Twin-Album erfreut man sich einfach daran, dass es noch echte Profis gibt, die ein eigentlich altmodisches und auch überflüssiges Album mit einer solcher Perfektion produzieren können. Gänzlich befriedigt und mit einem breiten Grinsen im Gesicht lässt es uns im Sessel zurück.

 

 

Dieser Beitrag erschien ursprünglich in FIDELITY Nr. 18 (2/2015)

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