FIDELITY Feedback: Angelika Niescier – Now

Sie erhielt schon Förderpreise der Stadt Düsseldorf und des Landes NRW, einen Preis der deutschen Schallplattenkritik, einen ECHO Jazz und den Essener Jazz Pott. Jetzt sollte man ihr schleunigst auch einen Preis für die originellste Jazzbesetzung verleihen. Denn die Saxofonistin Angelika Niescier bläst nicht nur eine der heißesten Kannen im Lande, sondern hat für Now ein Trio-Format ins Leben gerufen, das alle Erwartungen übertrifft. Saxofon, Akkordeon, Bass – das liest sich zwar leicht, wird hier aber zum großen Klangerlebnis.

Angelika Niescier – Now

Angelika Niescier – Now
Blue Pearls Music, 2015

Ein überbordender Spaß zwischen Folk und Free, orchestral verdichtet und doch kammermusikalisch klar. Das Lob gebührt gleichermaßen dem Akkordeonisten, dem bärtigen Italiener Simone Zanchini. Sein original verrücktes Spiel ist bereits auf weit über 20 CDs dokumentiert, aber bei uns noch kaum bekannt. Im Trio mit Niescier und Stefano Senni (Kontrabass) ersetzt der Akkordeonist einen zweiten Bläser, einen Begleitpianisten und zuweilen eine ganze Bigband oder einen Elektronik-Nerd. Was er spielt, oft in digitaler Klangverfremdung, ist immer vogelwild, unberechenbar, ausgeflippt virtuos – die ideale Ergänzung zu den fantasievoll sprudelnden Saxofonlinien der Niescier. Mit ihrem Trio konzentriert sich die Saxofonistin hier auf ein kompaktes Sieben-Stücke-Programm, verblüffend, ein wenig überdreht, ohne Kompromisse. Schon jetzt kann man sagen: eines der Jazz-Wunder des Jahres 2015.

 

 

Dieser Beitrag erschien ursprünglich in FIDELITY Nr. 18 (2/2015)

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