FIDELITY Feedback: ADHD – 5

Jazz aus Island hört man nicht jeden Tag – die Namen der vier Musiker kommen einem erst einmal sehr unbekannt vor. Sieht man aber genauer hin, sind es alte Bekannte aus isländischen Funk- und Fusion-Formationen wie Mezzoforte oder Jagúar. Allen voran: die Brüder Óskar und Ómar Guðjónsson an Saxofon bzw. Gitarre.

ADHD – 5

ADHD – 5
Contemplate Music, 2015

Tatsächlich ist ADHD so etwas wie eine isländische Superband. Dabei spielt sie weder Funk noch Fusion, sondern eine Art alternativen Jazz, Ambient-Jazz, Pink-Floyd-Jazz. Über dunklen, geheimnisvollen Beats flüstert ein körperlos-heiseres Saxofon verführerisch sanfte Melodien. Düsteres und Helles, Heißes und Kaltes mischt sich in einem tranceartigen Sog. Dann wieder springt das Ganze vulkanartig ins helle Licht, wird beinahe Popmusik, aber mit abgefahrenem Indie-Touch. So, denkt man, genau so muss Jazz aus Island klingen, dem Land von Björk, dem Land der Eisvulkane: mysteriös, faszinierend, etwas benebelnd, visionär, psychedelisch, auch meditativ. ADHDs Debütalbum von 2009 erhielt nicht umsonst den Icelandic Music Award, später folgte auch eine Nominierung für den Nordic Music Prize. Nun legen die vier Isländer bereits ihr fünftes Band-Album vor und werden vielleicht auch bei uns endlich bekannt werden. Argumente haben sie viele: ihre hypnotisierend schleppenden Tempi, ihren brodelnden elektronischen Untergrund, eine surreale Hammondorgel, ein geisterhaft-zauberisches Saxofon, den manchmal aufkochenden Bombast und eine mystisch-jenseitige Gitarre.

 

 

Dieser Beitrag erschien ursprünglich in FIDELITY Nr. 18 (2/2015)

 

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