FIDELITY Feedback: Scorpions – Return To Forever

Alles verläuft in Zyklen. Trends kommen, gehen und kommen wieder – wer genug Stehvermögen mitbringt, kann dies in Echtzeit beobachten. Und Bands mit genug Stehvermögen wie die Scorpions machen mitunter die Erfahrung, nach dem sukzessiven Aufstieg in den Rockolymp, Karrierezenit und Jahren des eher mäßigen Publikumsinteresses heute so angesagt wie nie zu sein – und dabei neue Generationen an Fans für sich zu gewinnen.

Scorpions – Return To Forever

Scorpions – Return To Forever
SevenOne Music/RCA Deutschland/Sony Music, 2015

Die Scorpions, übrigens länger dabei als AC/DC, Black Sabbath oder Deep Purple, feiern in diesem Jahr ihren Fünfzigsten. Eigentlich hatte das Hard-Rock-Quintett aus Hannover sich ja schon vom Rockzirkus verabschiedet, offiziell ihren Rücktritt erklärt. Dass sie es dann schließlich doch nicht sein lassen konnten ist Ausdruck ehrlich empfundener Euphorie, neu entflammter Leidenschaft und vielleicht auch ein wenig Angst vor dem Leben nach der Musik. Es scheint, als habe die Bereitschaft, loslassen zu können, der Band neue Freiheiten beschert, was zu einem fulminanten (vorläufigen) Abschiedsalbum führte. Return To Forever setzt genau da an, wo Sting In The Tail aufhörte: erneut produziert von Mikael Nord Andersson und Martin Hansen glänzen die Scorpions mit einer Fülle brillanter Ideen, grandiosen Riffs, hochinfektiösen Melodien. Tracks wie „We Built This House“ oder „House Of Cards“ erinnern unweigerlich an die Klasse von Alben wie Blackout oder Love At First Sting und bestärken die Gewissheit, dass bei dieser Band der Rücktritt vom Rücktritt kein Fehltritt war.

 

 

Dieser Beitrag erschien ursprünglich in FIDELITY Nr. 18 (2/2015)

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