Electronica: Hex – Hex

Blue Note Records bei den Electronica-Rezensionen? Berechtigte Frage, aber gehen Sie doch einfach 15 bis 20 Jahre zurück – war da nicht etwas? Ja, ganz richtig, wir schreiben das Zeitalter des NuJazz und der groovigen Verbindung von HipHop, House und Jazz bei US3 oder St. Germain. Es war cool und angesagt, Jazzklassiker elektronisch zu remixen oder Produktionen zwischen Breakbeat und House mit Jazzgrooves zu unterlegen. Es war eine klassische Win-Win-Situationen für beide Seiten: dem Jazz wurden neue Hörer zugeführt und das elektronische Genre wurde nobilitiert. Was liegt also näher, als zu Blue Notes 75. Geburtstag eine Hommage an diese Zeit zu produzieren. Kein Geringerer als Altmeister Toshio Matsuura, der mit seiner United Future Organization einer der Wegbereiter des NuJazz schon in den frühen 90er Jahren war, wurde für dieses Vorhaben gewonnen.

Hex – Hex

Hex – Hex
Blue Note, 2014

Hex lautet sein Projekt und es zeigt, wie 15 Jahre Abstand dazu führen können, aus der Distanz etwas ganz wunderbar Abgeklärtes und Perfektes zu schaffen. Aus der Ruhe des Altmeisters heraus entstehen in sich geschlossene und formal perfekt abgestimmte Stücke, die mal transzendental-psychedelisch daherkommen, mal mit treibenden Beats und wunderbaren Klaviersoli an den jungen Herbie Hancock erinnern oder die mit repetitiven Mustern auf den St. Germain-Klassiker “Rose Rouge” verweisen. Wer die Zeit des NuJazz damals verpasst hat oder wer einfach noch einmal auf eine Erinnerungszeitreise gehen möchte, hier ist die ultimative Gelegenheit dafür.

 

 

Dieser Beitrag erschien ursprünglich in FIDELITY Nr. 17 (1/2015)

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