Jazzidelity: Albin Bruns Nah Quartett – Wegmarken

Das macht einfach Spaß: Der Schweizer Albin Brun lädt zur handgemachten, launigen Weltmusikreise. Die Route, die seine 15 Kompositionen nachzeichnen, führt zu den Lofoten, in die Bretagne, von Ligurien über Ostfriesland bis nach Namibia – und immer wieder rings herum ums heimatliche Luzern. Bruns Schwyzerörgeli, das Akkordeon der schweizerischen Volksmusik, gibt dabei die Richtung vor; zuweilen bläst Brun aber auch ein wärmendes Sopransaxofon. Die Mitfahrer wiederum haben Geige, Tuba und Schlagzeug im Reisegepäck – Instrumente allesamt, die fast in jeder europäischen Volksmusik gut zu gebrauchen sind.

Albin Bruns Nah Quartett – Wegmarken

Albin Bruns Nah Quartett – Wegmarken
Double Moon Records, 2014

Flott geht es zu, rhythmisch inspiriert, bunt und multikulturell, dabei aber ohne ethnologischen Ehrgeiz, sondern mit humorvollen Details und einem volkstümlichen Spaß an der Sache. Und dann – vor allem in den unbegleiteten Akkordeonstücken – klingt’s auch wieder überraschend poetisch und emotional anrührend. Die Jazz-Ambitionen des Quartetts sind zwar eher gering – und improvisiert wird hier nur wenig. Aber die musikantische Lockerheit und stilistische Flexibilität der Combo, die so elegant zwischen Jodlern, Keltischem und Arabischem wechselt, verraten doch die aufgeknöpfte Schule des Jazz. Ein kleines Fotoalbum zur musikalischen Reise findet sich im Wegmarken-CD-Booklet. Zu jedem Stück gibt es dort stimmungsvolle Bilder, ein paar persönliche Worte und manchmal sogar ein kleines Gedicht.

 

 

Dieser Beitrag erschien ursprünglich in FIDELITY Nr. 17 (1/2015)

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