Jazzidelity: Chick Corea Trio – Trilogy

Chick Corea gehört weder in die alte, swingende Schule des Klaviertrios – Stichwort: Oscar Peterson – noch in die neue, poporientierte Trio-Welt – Stichwort: Esbjörn Svensson. Der heute 73-Jährige war immer ein Musiker zwischen den Epochen. Aufgewachsen mit dem American Songbook, geprägt von den Revolutionen des Free Jazz und Electric Jazz, hat sich Corea als Musiker einst selbst erfinden müssen. Und er wurde unverkennbar in seiner besonderen Virtuosität, seinen spanischen Anklängen, seinen Oktavparallelgängen, seinem persönlichen Tonfall.

Chick Corea

Chick Corea Trio – Trilogy
Concord Jazz, 2013

Gerade deshalb ist dieses No-Nonsense-Star-Trio mit Christian McBride (Bass) und Brian Blade (Drums) ein echtes Hör-Erlebnis. Es besitzt alle Tugenden des älteren und neuen Triospiels und bleibt doch so unverwechselbar anders, wie Coreas Musik eben immer war: mit überwältigender Technik, überraschenden Einfällen, spontanem Witz, raffinierten Arrangements. Natürlich hören wir einige von Coreas Evergreens wie „Spain“ und „Armando’s Rhumba“, auch zwei Verbeugungen vor seinem Hausheiligen Thelonious Monk sowie Traditions-Standards von Berlin, Kern, Warren oder Weill. Daneben gibt es aber auch einen verjazzten Skrjabin und eine halbstündige Trio-Suite unter dem Namen „Piano Sonata: The Moon“. Richtig: Dieses 3-CD-Album Trilogy bietet ein Sammelsurium von Konzertaufnahmen aus der halben Welt. Und es ist dennoch ein Großwerk geworden, ein definitives Statement, ein Vermächtnis. Zur Ruhe setzen wird sich Corea deswegen aber noch lange nicht.

 

Dieser Beitrag erschien ursprünglich in FIDELITY Nr. 17 (1/2015)

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