AudioQuest Beetle Digital Analog Wandler

Schau an, ein Skarabäus. Der Glücksbringer-Käfer war im alten Ägypten ein Symbol für Auferstehung und Leben und wurde deshalb oftmals als Grabbeigabe in Amulettform den Pharaonen auf ihre letzte Reise mitgegeben. Sein moderner Nachkomme sieht ihm ziemlich ähnlich, punktet aber mit klanglichen statt kultischen Qualitäten: Der AudioQuest Beetle ist ein ultrakompakter DAC in Käferform mit diversen Kommunikationskanälen.
Die Entwickler des kalifornischen High-End-Spezialisten AudioQuest haben es – ermuntert durch den enormen Erfolg seiner DragonFly-Modelle (siehe FIDELITY Nr. 27) – erneut geschafft, in einem winzigen Gerät nicht nur einen höchst anständigen Digital-Analog-Konverter einzubauen, der sich bei Bedarf sogar mit hochauflösenden 96-kHz-Dateien versteht, sondern auch alle wichtigen Anschlussmöglichkeiten auf kleinstem Raum unterzubringen. Über eine Mini-USB-Buchse kommuniziert der Beetle wahlweise mit Computer, Tablet oder Smartphone (wobei Apple-, Windows- und Android-Betriebssysteme akzeptiert werden) oder bezieht seine Betriebsspannung von einem hochwertigen Linear-Netzteil, das AudioQuest für 29 Euro extra anbietet. Wer den hochintegrierten DAC-Käfer nicht via Computer mit Soundfiles füttern will, kann ihn über eine optische Toslink-Verbindung auch an den CD-Player hängen, wobei vor allem ältere Geräte vom überaus erwachsenen Klang des Beetle profitieren. Mit der analogen Welt kommuniziert der Klang-Skarabäus via 3,5-mm-Klinkenbuchse; optional bietet AudioQuest diverse hochwertige Kabelsätze (ebenfalls ab 29 Euro) an, die alle mit dem Beetle möglichen Verbindungsvarianten abdecken. Aber auch auf Bluetooth-Protokolle versteht sich der kompetente Kleine besonders gut: Wenn die Musiksammlung etwa vom Smartphone über die heimische Stereoanlage wiedergegeben werden soll, kommt das einzigartige asynchrone Bluetooth-Verfahren des Beetle zum Einsatz, das sich gegen die üblichen Blauzahn-Verdächtigen hörbar besser in Szene setzen kann.

Vor das Hörvergnügen haben die Erfinder des Beetle zwar die Einrichtung via Laptop oder Tablet gesetzt, doch in meinem Windows-10-System meldet er sich nach Verkabelung per USB-Kabel selbsttätig an, taucht in der Systemsteuerung als weiterer „Lautsprecher“ neben der eingebauten Soundkarte auf und kann problemlos konfiguriert werden – ein deutlicher Hinweis darauf, dass AudioQuest den Beetle auch als audiophilen Ersatz für Computer-Soundkarten entwickelt hat. Gleichwohl kommt er bei mir zunächst als „Stand-alone“-Gerät(chen) zwischen CD-Player und Vorverstärker zum Einsatz. Dazu stelle ich die beim Testgerät programmierte Datenrate von 96 Kilohertz auf CD-kompatible 44,1 Kilohertz um, was im Systemsteuerungsmenü mit zwei Klicks erledigt ist.


Nettes Detail am Rande: Füttert man den Beetle mit Soundfiles aus dem Computer, dann zeigt seine Front-LED in Rot (Standby), Grün, Blau, Bernstein und Magenta an, welche Datenrate gerade anliegt. Zudem punktet er bei Ansteuerung via USB oder Bluetooth mit einer bitperfekten digitalen Lautstärkeregelung in ganz feinen Schritten, was es etwa ermöglicht, mit dem Computer als Quelle direkt an ein Paar Aktivboxen anzuschließen.
Klanglich kann der Beetle auch mit deutlich höherpreisigen CD-Player-Wandlern erstaunlich locker mithalten: Massive Bässe wie auf Paul Simons unschlagbarem Graceland-Album kommen knackig, konturiert und mit genau der richtigen Attacke, Gesangsstimmen werden unverfärbt und schön griffig sowie mit offenen Höhenlagen abgebildet. Der Raum, den der Beetle bei großer Sinfonik aufmacht, ist vielleicht nicht der weitläufigste, den ich jemals gehört habe, aber dafür schön klar umrissen und gut ausgeleuchtet, Instrumente und Stimmen sind sehr gut ortbar. Spendiert man den USB-Anschlüssen eines ansteuernden Rechners noch den einen oder anderen JitterBug von AudioQuest, so belohnt der Beetle auch den Einsatz dieses preisgünstigen Noise-Filters (49 Euro), gewinnt nochmals an Fokus und Klarheit. Ein ganz erstaunlicher Käfer, der für unter 200 Euro großes Hörvergnügen bereitet und audiophile Ansprüche gern auch mobil und, hey, sogar im Auto bedient. Zu Hause wirkt das Fliegengewicht von gerade einmal 25 Gramm (so viel wie ein Riegel Ritter-Sport-Schokolade) aufgrund seiner Form und Größe vor allem putzig und neigt mit High-End-Kabeln auch im wortwörtlichen Sinne zum „Abheben“. Zum Glück muss man kein Pharao sein, um sich diesen neuzeitlichen Klang-Skarabäus schon zu Lebzeiten leisten zu können. Der AudioQuest Beetle ist ein audiophiler Glücksbringer!

 

Digital-Analog-Wandler
Audioquest Beetle
Preis: 199 €

AudioQuest
Hoge Bergen 10
4704 RH Roosendaal
Niederlande
Telefon +31 165 541404

 

www.AudioQuest.de

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