Rockidelity: Pink Floyd – The Endless River

Die Ära der Saurier ist heute. Die Rockszene: ein großer Jurassic Park. Led Zeppelin zum Beispiel remastern mal wieder ihre Klassiker, obwohl man sie schon in drei Versionen im Regal stehen hat. The Who stellen mal wieder ihre größten Hits zusammen. Und die Stones und Genesis veröffentlichen alte Live-Aufnahmen, die 30 Jahre lang keiner vermisst hatte.

Pink Floyd

Pink Floyd – The Endless River
Parlophone, 2014

Angesichts dieser Saurier-Rückblenden sollte man eigentlich schon dankbar dafür sein, dass Pink Floyd – genauer: die beiden Herren, die davon noch übrig sind, Mr. Pink und Mr. Floyd – immerhin so etwas Ähnliches wie ein neues Album zusammengebastelt haben. Die Grundlage bilden Überreste ihrer letzten Studioproduktion The Division Bell von 1994, als Keyboarder Rick Wright noch mit von der Partie war. Abgesehen von dem Song „Louder Than Words“, der auf The Division Bell nicht negativ aus dem Rahmen gefallen wäre, ist The Endless River eine lockere Collage aus fragmentarischen Instrumentals. Auch wenn der Einsatz von Klarinette oder Kirchenorgel nicht typisch ist für diese Band: Pink Floyd erfinden sich hier nicht neu, kein bisschen. Sie liefern nur ein paar weitere Varianten dessen, was sie schon immer am besten konnten: aus zwei Harmonien ein Drama machen. Notwendig ist dieses Album also nicht. Für den, der den bekannten Sound mag, ist es ein hübscher Nachschlag mit ein paar netten Gitarrensoli („It’s What We Do“, „Sum“, „Allons-Y“). Ein sentimentales Bye-bye an Rick Wright. Und vielleicht auch an uns – aber da darf man nie sicher sein.

 

 

Dieser Beitrag erschien ursprünglich in FIDELITY Nr. 17 (1/2015)

 

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