Electronica: FKA Twigs – LP 1

FKA Twigs ist das ganz große Ding, das diesen Spätsommer gespielt wird. So auffällig grandios das Cover ausfällt, so fallen auch die Hymnen aus, die in allen Medien zu hören und zu lesen sind. Und – um es kurz zu machen, es stimmt: auflegen, hören, staunen.

FKA Twigs

FKA Twigs – LP 1
XL Recordings, 2014

Dieses Album lässt einen nicht mehr los, auch wenn eigentlich das große Boah-Erlebnis fehlt; aber vermutlich macht dies den Reiz aus. Die Stimme hell, teilweise hauchend, so, wie man es eigentlich tausendfach kennt und doch gibt es da ein schwer zu beschreibendes Timbre, das die Vocals eben doch von der Masse abhebt. Auch die minimalistischen Beats, die Dubs, die Soulakkorde, der dekonstruktivistische Gestus der einzelnen Songs, irgendwie bekannt und doch um den entscheidenden Akzent anders. Bereits der chorisch gesplittete und geloopte Gesang des ersten Songs zeigt, dass hier auch produktionstechnisch auf allerhöchstem Niveau gearbeitet wurde. Dabei ist Tahliah Barnetts Weg eigentlich eine der vielen Internetkarrieren: Ursprünglich Tänzerin und in vielen kommerziellen Videoclips engagiert, veröffentlichte sie als Twigs auf der Bandcamp-Site ihre erste EP, erstellte in Eigenproduktion Songclips für YouTube und hatte dann das Glück, dass der Guardian sie im August 2013 als New Band of the Day profilierte. BBC und Billboard featureten Twigs dann als das kommende musikalische Ereignis 2014. Umso erstaunlicher, dass LP 1 – in Anlehnung an die Vorveröffentlichungen EP1 und EP2 – exakt das vorausgesagte musikalische Ereignis geworden ist.

 

 

Dieser Beitrag erschien ursprünglich in FIDELITY Nr. 16 (6/2014)

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