Rockidelity: Sick Of It All – The Last Act Of Defiance

Älterwerden im Rock’n’Roll? Kein Problem, die Stones zeigen, wie’s geht. Vielleicht sind die Luftsprünge nicht mehr ganz so hoch wie früher und das Tempo auf der Bühne ist eher entschleunigt, doch die Songs funktionieren deswegen trotzdem, katapultieren einen mitten ins Jahr 1968. Älterwerden im Hardcore? Mit all der Wut im Bauch, der Härte und Brutalität? Kann funktionieren. Neben Agnostic Front und den Cro-Mags sind Sick Of It All eine der relevantesten Bands des New York-Hardcore-Movements, seit 1992 verzeichnet der Vierer keinen Line-up-Wechsel mehr.

Sick Of It All – The Last Act Of Defiance

Sick Of It All – The Last Act Of Defiance
Vertigo Century Media/Universal, 2014

Mit The Last Act Of Defiance veröffentlichen Lou Koller & Co. ihr erstes Studioalbum seit vier Jahren, und obwohl die Band stramm auf ihr 30-jähriges Bandjubiläum zugeht, findet sich auf den 14 neuen Tracks von Altersmilde oder Ermüdungserscheinungen keine Spur. Wie zu besten Just Look Around-Zeiten fräsen SOIA dem Zuhörer ihren „aggressiven Folk“ (Drummer Armand Majidi) in die Ohren, von den unerbittlichen Openern „Sound The Alarm“ und „2061“, über das mitreißende „Losing War“ bis hin zu punkigen Ohrwürmern wie „Outgunned“ setzen die New Yorker konsequent auf kompromisslosen Old-School-Hardcore, ohne dabei krampfhaft zu versuchen, das Rad neu zu erfinden. Mit Haus-und-Hof-Produzent Tue Madsen gelang es SOIA erneut, ihren unvergleichlichen Live-Sound adäquat ins Studio zu übertragen. The Last Act Of Defiance muss laut gehört werden – bitte vorher zerbrechliche Gegenstände außer Reichweite schaffen!

 

Dieser Beitrag erschien ursprünglich in FIDELITY Nr. 16 (6/2014)

Die angezeigten Preise sind gültig zum Zeitpunkt der Evaluierung. Abweichungen hierzu sind möglich.
Abonnieren Sie den Newsletter und erhalten Sie Informationen rund um das FIDELITY Magazin, exklusive Spezialangebote, Gewinnspiele, neue Features sowie Angebote unserer Partner.