Rockidelity: Emil Bulls – Sacrifice To Venus

Wenn die Emil Bulls die Hosen runterlassen, dann richtig! „Pants Down“ haben sie als erste Single gewählt: ein Brett, brachial, laut, kompromisslos. Ein Track, der exemplarisch steht für die neu gefundene Härte, die das achte Album der kurzfristig auf ein Quartett geschrumpften Münchner kennzeichnet. Und doch erzählt er nur die halbe Wahrheit, denn: auch auf Sacrifice To Venus üben sich die Emil Bulls in ihrer Königsdisziplin „Zuckerbrot und Peitsche“.

Emil Bulls Sacrifice To Venus

Emil Bulls – Sacrifice To Venus
Afm Records/Soulfood, 2014

Letztere ist nun die Neunschwänzige, den Schmerz lindern die Hooks im Chorus, Earcandy, das glücklich macht. Mit noch mehr Wumms als gewohnt eröffnet dann auch „The Grave“ den Reigen Genre-sprengender Riff-Granaten. Nach den ersten Sekunden möchte man nicht mehr an ein Morgen glauben, Christoph v. Freydorf growlt und screamt sich die Organe aus dem Leib, nur um im Chorus mit hymnenhaften Melodien die Sonne wieder aufgehen zu lassen. „Hearteater“, „The Way Of The Warrior“, „The Reckoning“, der Titelsong: allesamt heimliche Hits mit ungeheurer Wucht im Verse und gnadenlos eingängigen Hooks im Chorus. Demgegenüber stehen Titel wie „The Age Of Revolution“, durchweg clean, weniger sperrig, fast schon versöhnlich, aber immer druckvoll und mit dem Bulls-typischen Hymnencharakter. Doch der größte Wurf ist den Jungs mit „I Wanna Feel You“ gelungen, dem Sommerhit für Metalheads, der auf dem Festivalzeltplatz genauso funktioniert wie im Freibad. Damit dürfte sich der Charterfolg des Vorgängeralbums locker wiederholen lassen!

 

 

Dieser Beitrag erschien ursprünglich in FIDELITY Nr. 15 (5/2014)

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