Rockidelity: Alex Diehl – Ein Leben lang

Alex Diehl, ein Junge aus dem bayerischen Nirgendwo. Ein Haus, ein Bauernhof, die Gitarre von Oma – mehr war nicht und mehr brauchte es nicht, um die Begeisterung für Musik in ihm zu entfachen. Eine Begeisterung, die der 26-Jährige manchmal als Bürde empfindet. Wenn man ihm sagt, er habe sein Hobby zum Beruf gemacht, entgegnet er, er habe gar keine andere Wahl gehabt. War der Musik hilflos ausgeliefert, hat für sie die Schule geschmissen, in Gelegenheitsjobs gearbeitet.

Alex Diehl Ein Leben lang

Alex Diehl – Ein Leben lang
RCA/Sony Music, 2014

Das hört man seinen Liedern an: die 13 Songs auf Diehls Debüt Ein Leben lang strotzen nur so vor gelebten Geschichten, tiefen Gefühlen, inneren Kämpfen. Angriffslustig prangert er in „Robin Hood“, seinem Signature-Track, gesellschaftliche Missstände an, verpackt dabei seine Botschaft in eine Hymne mit epischem Chorus. Nicht minder soghaft: „Aus Sommer wird November Rain“, ein Song über eine verpasste Liebe, ein unausgesprochenes Geständnis. Alex Diehl braucht keine Effekte, keine Gitarrenwände, um Intensität aufzubauen. Seine Waffe ist die sprichwörtliche Ruhe des Felsens in der Brandung. Im Mittelpunkt eines jeden Tracks steht seine akustische Gitarre, drum herum passiert viel Arrangement, und über allem thront diese Stimme, deren Volumen fasziniert. So wie der Ansatz, das Album komplett auf analogem Equipment, auf Bändern aufzunehmen. Eine Kirchenorgel wurde in einer Kirche gefunden, nicht bei einem VST Plug-in. So ist Diehl ein rundum authentisches, organisches Album gelungen. Ein Album, bei dem man spürt: So fangen Legenden an!

 

 

Dieser Beitrag erschien ursprünglich in FIDELITY Nr. 15 (5/2014)

Die angezeigten Preise sind gültig zum Zeitpunkt der Evaluierung. Abweichungen hierzu sind möglich.
Abonnieren Sie den Newsletter und erhalten Sie Informationen rund um das FIDELITY Magazin, exklusive Spezialangebote, Gewinnspiele, neue Features sowie Angebote unserer Partner.