Rockidelity: Kongos – Lunatic

Was für ein Bandname! Beim Sound, den die vier Jungs aus Südafrika machen, wäre die Vermutung, sie hätten sich nach der zentralafrikanischen Republik benannt, gar nicht mal so weit hergeholt: die Kongos wildern bei Rock, Folk, Country und Blues, unterlegen ihren Stil-Bastard mit hypnotischen, stampfenden Beats und erzeugen so eine Rhythmik, wie man sie wohl am ehesten auf einer Stammesfeier erwarten würde.

Kongos Lunatic

Kongos – Lunatic
Smi Epc/Sony Music, 2014

Tatsächlich zitiert das Bandsignet jedoch lediglich den Familiennamen der Vier. Ein Name, der Musikliebhabern ein Begriff sein dürfte: Danny, Dylan, Jesse und Johnny sind die Söhne der Siebziger Jahre Singer/Songwriter-Legende John Kongos, aus dessen Hit „He’s Gonna Step On You Again“ sich die Happy Mondays 1990 ihren Megahit „Step On“ ersampleten. Musikmachen liegt also im Blut. Auffälligste Gemeinsamkeit zwischen der Musik des Vaters und der seiner Söhne: der Drive der Rhythmussektion. Ansonsten haben die Kongos Jr. alle Inspirationsfallen umschifft, sind ihren eigenen Weg gegangen. Lunatic ist das Ergebnis von auf tiefem gegenseitigen Vertrauen fußendem Teamwork, ein Best Of an Stärken und Ideen. Dass man mit gemeinsamer DNA klar im Vorteil ist, lässt sich besonders gut ablesen an wahren Song-Monstern wie dem fiebrig-psychedelischen „I’m Only Joking“, das Tribal-Rhythmen mit Pink Floyd-eskem Mystery-Rock vereint, oder dem hypnotischen „Come With Me Now“. Ein lebenslanges Eingetauchtsein in Musik, destilliert mit den Mitteln des Rock: so klingen die 12 Songs auf Lunatic.

 

 

Dieser Beitrag erschien ursprünglich in FIDELITY Nr. 15 (5/2014)

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