Jazzidelity: Hiromi – Alive

Ein Klaviertrio im Jazz – das war früher ein swingender Pianist mit zwei Knechten. Dann hat sich einiges geändert. Von den meisten Klaviertrios heute heißt es, alle drei Mitglieder seien „gleichberechtigt“. Dafür swingen die meisten nicht mehr.

Hiromi –Alive

Hiromi – Alive
Telarc, 2014

Es gibt heute Klaviertrios, die einfach Popmusik nachäffen. Es gibt auch solche, die wie frisch aus dem Computer generiert klingen. Und es gibt das furiose Trio-Projekt von Hiromi Uehara, der japanischen Tastenhexerin. Natürlich wurde die heute 35-Jährige am Klavier einmal gewissenhaft klassisch ausgebildet, wie wir das von der japanischen Musikpädagogik erwarten. Natürlich hat Hiromi eine sagenhaft sensationelle Super-Super-Technik an den Tasten entwickelt. Aber dann, mit 17 oder so, geriet sie an Chick Corea – und das war’s dann. Seitdem spielt Hiromi hyperschnelles Hochleistungs-Jazzpiano und schlägt damit alle vergleichbaren Meister – allen voran Chick Corea selbst – um Längen. Was sie spielt, ist eigentlich Jazzrock oder Progrock, nur eben ohne Orgel und Synthesizer, rein akustisch. Das fetzt und groovt und funkt – trotz der komplexen Stückstrukturen und abgefahrenen Metren, wie man sie aus Fusion-Jazz und progressiver Rockmusik eben kennt. Womit wir bei Hiromis höchst prominenten Trio-Partnern wären. Am sechssaitigen E-Bass: Jazzrock-Legende Anthony Jackson, bekannt von Chick Corea, Pat Metheny, Al Di Meola.  Am Schlagzeug: Progrock-Legende Simon Phillips, bekannt von Asia, Jeff Beck, Joe Satriani. Rhythmusknechte sind die beiden gewiss nicht. Sie hexen ja selber.

 

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Dieser Beitrag erschien ursprünglich in FIDELITY Nr. 15 (5/2014)

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