Electronica: ambiq – ambiq

Max Loderbauer, Claudio Puntin und Samuel Rohrer – drei Namen, die für musikalische Grenzgänge stehen. Die Musiker versprechen mit dem gemeinsamen Projekt „ambiq“ eine spannende Reibung von analog und digital, von akustisch und elektronisch. Puntin, ein Freigänger auf der Klarinette zwischen Renaissance und Avantgarde-Jazz, Loderbauer, ein Retromeister auf dem Gebiet analoger Syntheziser, und Rohrer, dem kein noch so vertrackter Rhythmus größere Mühen bereitet – auf dem Papier eine todsichere Nummer musikalischer Avantgarde, die große Erwartungen weckt.

ambiq

ambiq – ambiq
Arjunamusi, 2014

Vor allem Loderbauers eingesetzter Buchla-Synthi, ein Klassiker der analogen Elektronik, verspricht in Kombination mit Puntins variantenreicher Tonerzeugung auf der Klarinette ein musikalisches Ereignis besonderer Güte zu werden. Aber leider stellt sich bereits nach wenigen Titeln ein mulmiges Gefühl ein, das einen an die Worte eines ehemaligen Kanzlerkandidaten denken lässt: “Hätte, hätte, Fahrradkette.” Was im Rahmen eines Konzerts noch als Performanceact überzeugen könnte, gerät hier auf der CD zu einer gewissen Beliebigkeit, ja beinahe Belanglosigkeit. Da ist kein Gesamtkonzept erkennbar, da werden die vorhandenen Reibungsflächen nicht ausgespielt, da versandet alles in einem musikalischen Einheitsbrei und man gewinnt den Eindruck, dass drei erwachsene Männer einfach nur an den Knöpfen ihrer elektronischen Spielzeuge drehen. Sicher, der ein oder anderen Nummer kann man einen gewissen Reiz abgewinnen, aber für ein komplettes Album ist das alles wenig überzeugend. Schade, eine vertane Chance.

 

 

Dieser Beitrag erschien ursprünglich in FIDELITY Nr. 14 (4/2014)

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