Brandt Brauer Frick – DJ Kicks

Man täte Daniel Brandt, Jan Brauer und Paul Frick Unrecht, wollte man sie unter Crossover katalogisieren. Dabei wird ihre Musik häufig als Techno mit richtigen, klassischen Instrumenten bezeichnet. Besonders ihr zweites Album Mr. Machine muss als Kronzeuge dafür herhalten. Dabei hat die Musik auf allen drei bisher erschienenen akustischen bzw. semiakustischen Alben so gar nichts vom kommerziellen Crossover-Gemisch, bei dem die Berliner Philharmoniker die Scorpions künstlich aufblähen oder Wet-T-Shirt-Geigerin Vanessa Mae dem alten Bach elektrisch verstärkt die Sporen gibt.

Brandt, Brauer Frick

Brandt Brauer Frick – DJ Kicks
!K7, 2014

So lassen die Produktionen der drei Berliner die durchaus rhythmisch komplexen Strukturen der nichtkommerziellen Technomusik bestehen, verwirren aber mit deren akustischer Umsetzung. Mit der Produktion zur Reihe DJ Kicks des Labels !K7 kehren Brandt, Brauer, Frick auf ureigenstes Terrain zurück. Dabei entstand das Album nicht im heimischen Studio, sondern als komplettes Live-Set im Berliner Watergate Club, verbunden mit dem Risiko des Unperfekten. Es wurde zudem ganz old school ein reines Vinyl-Set, wozu Brandt Brauer Frick eigens einige lediglich digital vorliegende Titel extra als Dubplate herstellen ließen. Dieses vierte Album zeigt die Wurzeln der ersten drei auf. Der über 75-minütige Mix führt gewissermaßen den elektronischen Urtyp vor, der als Modell den Instrumentalstücken zugrunde lag.

 

 

Dieser Beitrag erschien ursprünglich in FIDELITY Nr. 13 (3/2014)

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