Test: Chord Electronics Hugo2

Nein, hier soll es weder um eine deutsche Modemarke noch um einen schwach alkoholischen Cocktail aus Prosecco und Zitronenmelisse- oder Holunderblüten-Sirup gehen. Die pfiffigen Boys von Chord Electronics leiten den Namen Hugo vom englischen „You go“ – oder auch „Take it wherever you go!“ – ab, um bereits im Branding zu demonstrieren, dass der kombinierte DAC/Kopfhörerverstärker ein universell zu betreibendes Gerät ist. Denn Hugo kann als stationärer D/A-Wandler an der Anlage in den heimischen vier Wänden eingesetzt werden, aber auch als mobiler DAC/Kopfhörerverstärker, der Laptops, Tablets oder Smartphones in audiophile Zuspieler verwandelt. Und selbstredend hat Chords Digital-Mastermind Rob Watts seine Finger, vor allem aber seine Entwicklerkompetenz im Spiel gehabt.

Ursprünglich zum 20-jährigen Jubiläum des legendären D/A-Wandlers DAC 64 entwickelt, wurde der Hugo von Chord nun in einer zweiten Entwicklungsstufe aufgelegt, die das erfolgreiche Ausgangsmodell mit einigen technischen Raffinessen weit hinter sich lässt. So kann die zweite Generation HiRes-Dateien bis zu 768 kHz/DSD512 abspielen und mit der serienmäßigen Fernbedienung noch einfacher in stationäre Anlagen integriert werden. Aber auch im „halbmobilen“ Betrieb, etwa auf der Terrasse oder im Büro, ist die Fernbedienung ein willkommener Luxus, den man nicht mehr missen möchte – und sei es nur, um mal eben einen alternativen Digitalfilter vom Hörplatz aus dazuzuschalten oder den Crossfeed-Modus nach Gusto auszuprobieren. All diese feinen Extras bietet der Hugo2 und setzt sich dadurch schon von den meisten mobilen Geräten dieser Kategorie ab. Chord stattet den Hugo2 zudem mit einem speziellen Bluetooth-Modul mit aptX-Unterstützung aus, das die digitalen Musiksignale auf kürzestem Wege zum Wandler führt. So ist sichergestellt, sagt Chord, dass auch bei einer kabellosen Verbindung die bestmögliche Klangqualität von Smartphone oder Laptop möglich ist. Sehr bequem: Eine umständliche Treiberinstallation, egal ob Mac, Windows oder Linux, ist nicht nötig – hier ist echtes Plug-and-Play angesagt.

Chord Hugo2

Geschmacks- und Ansichtssache ist freilich das fröhliche Farbenspiel der kleinen bunten Lichtorgel an der Seite des Hugo2, mit dem diverse Betriebszustände und Samplingraten visualisiert werden. Keineswegs Geschmackssache sind dagegen die klanglichen Qualitäten des ultrastabilen Aluminiumkästchens. Ob als Stand-alone-DAC an der heimischen Anlage oder als mobiler DAC mit integriertem Kopfhörerverstärker: An keiner Stelle gibt sich der Hugo2 irgendeine klangliche Blöße. Mit einem Referenz-Kopfhörer wie dem Focal Utopia zaubert er abgrundtiefe Bässe, einen sauberen und gradlinigen Mittel- und Hochtonbereich ans Ohr – und ein mehr als zufriedenes Lächeln auf das Gesicht seines Besitzers.

Nach Jahren des Vergessens entdecke ich gerade Goldfrapps Erstling Felt Mountain wieder; faszinierend, wie ohne jede dynamische Limitierung hier die Kombination Hugo2 und Utopia das HiRes-File reproduziert. Alison Goldfrapps Stimme hat sich daraufhin für den Rest des Tages im Kopf eingebrannt – klasse! Ein Teil des herrlich klaren Sounds und der superexakten Räumlichkeit ist sicher auf die lupenreine Akkuversorgung im portablen Betrieb zurückzuführen. Der kleine Umstand, den Akku alle acht bis zehn Stunden wieder aufzuladen, steht in keinem Verhältnis zu den klanglichen Vorteilen, die man sich sonst ohne die gängige „schmutzige“ USB-Stromversorgung portabler Geräte ins Haus holt, die am Energie-Hub des Quellgerätes „schmarotzen“. Hier ist alles im Sinne des Wortes klar. Insbesondere die Kopfhörerverstärkung profitiert davon hörbar, sodass auch sehr anspruchsvolle Schallmützen einen deutlichen Kick in puncto Leistung und Performance erhalten. Chord ist mit dem Hugo2 ein rundum überzeugendes Powerpack gelungen, das ich weder stationär noch mobil in Zukunft missen möchte. Famos!

Chord Hugo2

DAC/Kopfhörerverstärker Chord Electronics Hugo2

Eingänge digital: Bluetooth aptX, optisch (max. 24 bit/192 kHz), elektrisch (max. 24 bit/384 kHz), Mikro-USB (max. 32 bit/768 kHz, DSD512)

Ausgänge analog: Kopfhörer Klinke (6,3 mm) und Miniklinke (3,5 mm), unsymmetrisch (Cinch)

Ausstattung: USB-Ladeanschluss, digitale Lautstärkeregelung, Status- und Sampling-Anzeigen per farblich codierter Leuchtknöpfe, Digital-Filter und Crossfeed-Filter schaltbar, Akku-Laufzeit ca. 7 Stunden bei Wiedergabe; Fernbedienung im Lieferumfang

Maße (B/H/T): 13/10/2,1 cm

Gewicht: 450 g

Garantiezeit: 3 (Akku 2) Jahre

Preis: 2290 €

 

 

www.g8friends.de

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