Classidelity: Engelbert Humperdinck – Streichquartette

Kammermusik mit dem Diogenes-Quartett

Engelbert Humperdinck – nicht nur als Komponist der wohl bekanntesten deutschen Märchenoper, sondern auch als Namensgeber eines britischen Schlagersängers erlangte der Siegburger Musiker Berühmtheit. Was kennt man aber außer Hänsel und Gretel noch? Das Diogenes-Quartett, ein 1998 in München gegründetes Streichquartett, beschäftigt sich seit seinem Bestehen auch mit eher selten gespieltem Repertoire. Mit dem Label cpo hat das Quartett einen Partner gefunden, der solche kammermusikalischen Ausflüge unterstützt und sich in langjähriger Arbeit einen bemerkenswerten Katalog mit Raritäten und Preziosen aufgebaut hat.

Engelbert Humperdinck

Engelbert Humperdinck – Streichquartette
Diogenes-Quartett
CD/cpo

Auf der neuen CD des Diogenes-Quartetts sind wichtige Kammermusikwerke von Humperdinck eingespielt. Die Korrespondenz des Komponisten lässt zwar erkennen, dass die Kammermusik nicht unbedingt ein Lieblingskind war. Dennoch zeigt sie wichtige Stationen seiner musikalischen Entwicklung, da das Streichquartett immer noch als Krönung der klassischen Gattung gilt und Humperdinck sein Lebenswerk mit einem solchen abschloss.

Diogenes-Quartett

Diogenes-Quartett

Außer dem späten C-Dur Quartett sind Humperdincks Kammermusikwerke in der Jugend entstanden, als er für die Hausmusikabende eines Privatmannes sozusagen auf Bestellung schrieb. Der für seine Märchenoper charakteristische volkstümliche Melodienreichtum ist in diesen frühen Werken aber teils schon in Vollendung enthalten. Humperdinck selbst nutzte die Kammermusik auch zur Vervollkommnung seiner kompositorischen Fähigkeiten.

Diogenes-Quartett

Diogenes-Quartett

Das Diogenes-Quartett wird in der vorliegenden Einspielung vom Pianisten Andreas Kirpal und der Geigerin Lydia Dubrovskaya unterstützt. In verschiedenen Besetzungen gehen die Musiker beherzt und mit Leidenschaft zur Sache und bringen einen Komponisten zu Gehör, dessen kammermusikalische Neuentdeckung absolut lohnenswert ist. Besonders das selten gespielte Klavierquintett mit seiner charakteristischen dreisätzigen Anlage gefällt in der Interpretation der Münchner Musiker.

 

Dieser Beitrag erschien ursprünglich in FIDELITY Nr. 1 (3/2012)

Die angezeigten Preise sind gültig zum Zeitpunkt der Evaluierung. Abweichungen hierzu sind möglich.
Abonnieren Sie den Newsletter und erhalten Sie Informationen rund um das FIDELITY Magazin, exklusive Spezialangebote, Gewinnspiele, neue Features sowie Angebote unserer Partner.