Eigentlich ist NEAT eine Abkürzung für „North Eastern Audio Traders“. Im Falle der Iota Alpha des im nordöstlichen England beheimateten Herstellers Neat Acoustics darf man aber getrost wortwörtlich aus dem Englischen übersetzen – „ordentlich“ kann das heißen, manchmal aber auch einfach nur „niedlich“.

Beides kommt hin. Die Iota Alpha sind pures Understatement. 45 Zentimeter hoch, 20 Zentimeter breit und überwiegend 16 Zentimeter tief – dass es sich bei solchen Winzlingen ernsthaft um Standlautsprecher handeln könnte, darauf lässt der allererste Blick nicht unbedingt schließen. Doch in der Tat: Nadelspitz zulaufende Spikes an der Unterseite legen einen Aufstellort auf dem Fußboden nahe. Ein wenig Umsicht ist dabei schon geboten, auch wenn die Iota Alpha keinen so deutlich abgegrenzten Sweetspot haben wie die größeren Geschwister Momentum 4i, die beim Chronisten dieser Zeilen als Arbeitspferde in Betrieb sind. Die Iota Alpha sind genügsam, auch was ihre Aufstellung betrifft, aber es empfiehlt sich ein Platz, an dem man wenig Gefahr läuft, über sie zu stolpern …

Neat Iota Alpha Lautsprecher
Unscheinbar sind sie deshalb aber nicht. Oben thronen Hochtöner und Mitteltöner einträchtig nebeneinander auf einer angewinkelten Fläche. Zum Einsatz kommen ein Tiefmitteltöner mit 100 Millimeter Durchmesser und ein vertikal angebrachter Bändchenhochtöner – eine Konfiguration, wie sie bereits bei der Alpha, dem Vorgängermodell fürs Regal, verwendet wurde. Die Winkelfront sorgt für ein breites Abstrahlverhalten, was erklären dürfte, weswegen die Iota Alpha eine – und zwar nicht nur für ihre geringe Größe! – beachtliche Räumlichkeit projiziert. Bücken muss man sich jedenfalls nicht, um sich in eine optimale Stereohörposition zu begeben, obwohl die Schallwandler sich alles andere als auf Ohrenhöhe befinden. Ob man das Bändchen lieber außen oder innen seinen Dienst verrichten lassen möchte, ist Geschmackssache.
Untenrum verrichtet ein 134-Millimeter-Tieftöner seinen Dienst. Sehen kann man ihn nicht, da er in Downfire-Konfiguration angebracht ist, also nach unten abstrahlt. Er werkelt in einer eigenen Kammer nach dem Bassreflexprinzip, die Rohröffnung befindet sich etwas oberhalb des Anschlussterminals (Banane und Litze, kein Bi-Wiring) auf der Rückseite. Ein wenig Abstand zur Wand sollte also schon sein.


Um es kurz zu machen: Die Iota Alpha spielt in jeder nur denkbaren musikalischen Lage exorbitant. Café Bleu von The Style Council ist ein gutes Beispiel, bietet das Album doch ausreichend klangliche Herausforderungen, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Besenspiel versus Drumcomputer, Klavier versus Synthiegeröchel, Slap-Bass gegen sanften Beckenaufschlag auf dem Ride. Man riecht förmlich den Zigarettenrauch, den der Boogie-Woogie-Spieler zu Beginn ausatmet, so präsent steht der Klang im Raum. Die Schellen des einsetzenden Tamburins lösen sich wie selbstverständlich voneinander und tanzen wie Schneeflocken im Wind – Feinauflösung: fantastisch. Auch gegen die mehr als doppelt so hohe und isobarisch im Bassbereich hochgerüstete Momentum 4i erzielt die Iota Alpha nicht etwa nur die üblichen Achtungserfolge kleiner Kisten, nein, sie entpuppt sich vielmehr als ebenbürtiger Gegner. In puncto Räumlichkeit und Einbettung der Mitten erweist sie sich – gewiss: bauartbedingt – sogar als überlegen. Sie mag klein und putzig erscheinen, aber angetreten ist die Iota Alpha, um die Konkurrenz das Fürchten zu lehren.

 

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