Rockidelity: Circus – Circus

An der Spitze

Circus – Circus

Circus – Circus
CD, Castel

Wurden in einer Rockband ein Saxophon oder eine Flöte gebraucht, rief man jahrelang nach ihm: Mel Collins. Seine Einsätze als Universal-Blasefix reichten von den Dire Straits bis Peter Gabriel, von Eric Clapton bis Uriah Heep, von den Stones bis zur Harald-Schmidt-Band. Festes Mitglied war der Engländer u. a. bei King Crimson, Camel und Alan Parsons Project. Ganz am Anfang seiner Karriere hatte Mel Collins mit Circus sogar eine eigene Band. Und wenn ein Bläser eine Rockband leitet, dann sind längere Improvisationen natürlich Pflicht und wartet der Jazz gleich um die Ecke. Auf dem ersten und einzigen Album (1969) finden sich Stücke von Charles Mingus und Sonny Rollins. Es gibt aber auch Pop-Covers (Beatles, Mamas and Papas, Tim Hardin), entfesselten Gitarren-Rock (an den Saiten: Ian Jelfs) und zwei schöne eigene Balladen mit sanftem, angenehmem Gesang. Mit das Beste an Circus sind die Mittelteile der Songs: überraschende Rhythmus- und Dynamikwechsel, Nebenmotive, Zwischenepisoden – mehr als nur ein Hauch Psychedelik und Artrock. „Circus standen an der Spitze der musikalischen Veränderungen in den frühen Siebzigern“, sagt ihr damaliger Drummer.

 

Dieser Beitrag erschien ursprünglich in FIDELITY Nr. 5 (1/2013)

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