High End 2017, hifideluxe und Co. – Messe-Nachlese 1

Brösel-Muffins und Hähnchenbrüste

Da die Münchener Messe im M.O.C. immer größer wird, es also jedes Jahr noch mehr Aussteller gibt, sprengt sie mittlerweile den Rahmen eines kompletten Messeberichts. Darüber hinaus haben wir über tausend erstklassige Bilder geschossen, die es in dieser Fülle und Qualität sonst nirgends zu sehen gibt. Wir möchten Sie deshalb einladen, uns auf mehrere kurze, reichhaltig bebilderte Ausflüge mitten hinein ins Herz des Messetrubels zu begleiten.

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Ich habe Rücken. Schon seit Tagen. Und eigentlich tendiert meine Lust auf Messe bereits in Richtung negative Werte. Andererseits wirkt die Aussicht verlockend, mal wieder durch das MOC zu schlendern, irrwitzige Konstruktionen zu bestaunen, denen neben ihrer skulpturalen Absolutheit zufällig auch noch die Fähigkeit zu eigen ist, Musik und damit verwandte Schallereignisse zu reproduzieren und beim Horchen und Staunen und Staunen und Horchen auch noch ein paar Bekannte und Freunde zu treffen. Ein echter Highender kennt keinen Schmerz, also schwinge ich mich in aller Herrgottsfrühe, der Morgen trägt ein seltsames Magentagrau, in meinen knochenharten alten Roadster und gehe auf Tiefflug gen München.
In den Hallen angekommen, schlägt mir die altbekannte Mischung aus Stimmengewirr und verzerrten, weil vielfach vermischten Klängen entgegen. Messekataloge sind etwas für Weicheier, wenn ich etwas suche, frage ich Bekannte mit Messeführer oder belästige fernmündlich meine FIDELITY-Kollegen. Klappt gut, außerdem sind die meisten für mich interessanten Stände sowieso dort, wo sie immer waren. Beim mittelfränkischen Bluesfreund Harald Pensel herrscht an seinem Musica-Nova-Stand reges Treiben, zu mehr als einem „guten Tag“ reicht es im Trubel kaum. Dafür werde ich zu selbstgebackenen Muffins eingeladen, die wunderbar schmecken und fürchterlich bröseln. Während der Schwaiger High-End-Entwickler Pensel auf die Suche nach einem Staubsauger geht, steige ich trotz nicht ganz weg zu meditierender Schmerzen im Kreuz die Wendeltreppe hinauf ins Atrium, wo unter anderem die großzügigen Stände von AVID und Marantz meine Aufmerksamkeit erregen. Die Plattenspielerbauer haben einen Titan-Tonarm aus dem 3D-Drucker in der Vitrine liegen, in den ich mich aufgrund seines Science-Fiction-Designs sofort verliebe – der wird bei Gelegenheit getestet, großes Analogo-Ehrenwort.


Bei Marantz gibt es zwar kaum Neues, dafür darf man im Vorübergehen die neue 10er Serie streicheln und sich auch bei dieser feinen Kombi aus SACD-Player und Verstärker auf einen ausgiebigen Test in nicht all zu ferner Zukunft freuen.
Bei meiner persönlichen Geheimtipp-Firma schaue ich ebenfalls kurz vorbei: Advance Acoustic konzentriert sich in den letzten Jahren auf fein klingende Komponenten mit absolut erträglicher Preisgestaltung. In der Vorführung spielt eine Vorverstärker-Monoendstufen-Kombination aus der Midi-Serie namens „Smart“ der französischen Stereo-Schmiede. Es klingt feingeistig und dennoch satt – halt so, wie man es mag. Da tut dann auch für ein paar Minuten das Kreuz nicht mehr so weh.
Die Pause an einem der vielen Stände für audiophile Tonträger tut dem Rücken und den Beinen gut. Und obwohl ich eigentlich beschlossen hatte, dass bei mir schon genug Tönendes herum steht und liegt, schleppe ich am Ende doch zwei feine MFSL-Scheiben nach Hause – eine Portion Vinyl darf einfach nicht fehlen.


Genauso wenig wie ein gutes Abendessen, das später am Abend in Form von butterzarten Hähnchenbrüsten mit Kartoffel-Gurkensalat auf mich wartet. Das Dessert kann den Genuss sogar noch toppen: Harman hat die exklusive Vorführung eines brandneuen, DSP-gestützten Sound-Systems seiner Kultmarke Lexikon organisiert. Der „Lautsprecher“ Lexicon SL-1 klingt schon in der Nullserie so vielversprechend und bietet per App-Steuerung so viele Möglichkeiten einer individuellen Klangbalance, dass ich mich wie ein Schnitzel auf die endgültige Serienversion freue. Wieder zu Hause angekommen, durchkämme ich schon mal meine Sammlung nach der „richtigen“ Musik dafür, unter anderem ist ein gewisser Vincent Bélanger darunter. Lesen Sie mehr über den jungen Kanadier – und die hifideluxe – in einem späteren Teil unserer Messe-Nachlese.

 

Münchner Messesaison 1
Münchner Messesaison 2
Münchner Messesaison 3
Münchner Messesaison 4
Münchner Messesaison 5
Münchner Messesaison 6
Münchner Messesaison 7
Münchner Messesaison 8
Münchner Messesaison 9
Münchner Messesaison 10
Abschlussbericht

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