Buchprüfung: Niklaus Troxler – Jazzplakate

Niklaus Troxler – Jazzplakate

Niklaus Troxler – Jazzplakate
Oreos / Collection Jazz

Niklaus Troxler ist Jazzfan. Und Niklaus Troxler ist Grafiker. Mit 19 Jahren begann er, in seinem Schweizer Heimatort Willisau (7.000 Einwohner) Jazzkonzerte zu veranstalten. Mit 26 Jahren machte er sich als Grafiker in Willisau selbständig. Seit langem ist „sein“ Willisau eines der künstlerisch renommiertesten kleinen Jazzfestivals in Europa. Und seine Veranstaltungsplakate für die Willisau-Konzerte wurden weltberühmt. Sie hängen heute in der MoMA in New York und im Stedelijk Museum in Amsterdam. Damals, in den 1970er und 1980er Jahren, trafen sie genau den musikalischen Nerv: Free Jazz, Loft Jazz, Experiment und Postmoderne. Schrille Pop-Art und futuristische Reduktion, menschliche Silhouetten, surrealistische Kopplungen, Buchstaben- und Symbolmotive … Die Plakate hatten einen aufmüpfigen Swing, eine klingende Vision. Sie waren Improvisation mit Bedeutung. Viele schafften es anschließend auch auf Plattenhüllen und in Band-Kampagnen. „Ein Troxler-Plakat gehört in die Stube des Jazzfans wie sagen wir das Kölnkonzert von Keith Jarrett“, schrieb Markus Mäder im Vorwort dieses Buchs von 1991. Troxlers heutige Plakate treffen noch immer den Jazz-Nerv. Aber dieses Buch ist wie eine Zeitreise zurück in den Jazz von 1980. Jack DeJohnette und David Murray, Arthur Blythe und Roscoe Mitchell … Die Farben sind schrill, die Formen reduziert, die Botschaft ist klar. Man weiß plötzlich wieder, warum einen diese Musik damals bis ins Mark traf. Warum man sich in ihr wiederfand. Man spürt sie wieder.

 

Dieser Beitrag erschien ursprünglich in FIDELITY Nr. 16 (6/2014)

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