AVM / Udo Besser – Handgemachte Moderne

Wie so oft bei Unternehmensgründungen im Bereich HiFi stand am Anfang der Audio Video Manufaktur AVM eine Verbindung aus Technik- und Tüftelleidenschaft, Forscherdrang und kompromissloser Musikbegeisterung.

AVM im Who is Who in High Fidelity - Udo Besser, Robert Winiarski und Günther ManiaDie Diplom-Ingenieure Günther Mania und Robert Winiarski riefen ihre kurz AVM genannte Firma im April 1986 ins Leben. Zuvor hatte Mania eine Bauanleitung für eine Endstufe mit völlig neuer Schaltungstechnologie veröffentlicht, die in audiophilen Kreisen auf großen Anklang gestoßen war. Der Verstärker, von dem man zunächst Bausätze anbot, wurde später, als man ihn im Werk in Malsch selbst zusammenbaute, zum Grundstock eines Sortiments, das sich durch handgemachte Ingenieurskunst made in Germany in schlichtem Design zu nicht allzu abgehobenen Preisen auszeichnete. Dieser Firmenphilosophie fühlt sich auch Udo Besser verpflichtet, der das am Rande des Schwarzwalds gelegene Unternehmen im Herbst 2010 übernommen hat. Gleichwohl setzte Besser, der nach einem Studium in Elektrotechnik und Wirtschaftsingenieurwesen 15 Jahre lang bei Burmester gearbeitet hatte, dort zuletzt geschäftsführender Gesellschafter und für einen Großteil der Entwicklungen mitverantwortlich war, auch neue Akzente: Angesichts der sich aus der Digitalisierung ergebenden Möglichkeiten bilden die Stichworte digitale Medien und Streaming jetzt den Mittelpunkt des Programms.

AVM im Who is Who in High Fidelity - Udo BesserUdo Besser, der schon in seiner Jugend unter Anleitung seines Vaters von Radios bis hin zu Motorrädern an allem herumbastelte, was sich zerlegen und wieder zusammenbauen ließ, bereitet es eine besondere Befriedigung, wenn Kunden oder Pressevertretern in Anbetracht der vielfältigen Streaming-Funktionen, wie er sagt, „die Kinnlade herunterklappt“ – oder wenn letztere ihre Verzweiflung darüber äußern, diese Flut technischer Details unmöglich in einem Artikel unterbringen zu können. Neben der Streaming-Technologie ist für ihn eines der derzeit spannendsten Produkte die Music Library, mit der sich die CD-Sammlung komfortabel auf einer SSD speichern und per App verwalten lässt.

Angesichts der Funktionsvielfalt ist ein übersichtliches, intuitives Bedienungskonzept, das die Technik möglichst auf Anhieb beherrschbar macht, umso wichtiger, zumal sich die Marke AVM, wie Udo Besser betont, in erster Linie an Musikliebhaber und nicht an Freizeit-Informatiker richtet. Neben dem Design der Gehäuse, die statt aus gebogenem Blech heute aus zurückhaltend-edlem gebürsteten Aluminium bestehen, unterzog Udo Besser auch den Firmenschriftzug einer sanften Modernisierung: Die ehemals leicht gezackten Buchstaben AVM kommen jetzt in einer abgerundeten, gänzlich schnörkellosen Form daher, die zudem den praktischen Vorteil hat, dass sie in einem Zug ins Aluminium eingraviert werden kann.

Eine weitere Neuerung findet sich in den optionalen Röhrenausgangsstufen für die Produktlinien Ovation und Evolution. Während in diesen beiden Linien Einzelkomponenten mit einem Preis bis zu 10000 Euro für erfahrene High-End-Kenner angeboten werden, richtet sich die dritte Produktlinie Inspiration mit All-in-one-Geräten im Midi-Format in einer Preisregion zwischen 3500 und 4500 Euro an anspruchsvolle Musikhörer, die ihrem Hobby auf möglichst unkomplizierte, platzsparende und nicht zu kostenintensive Weise frönen möchten und dafür eine formschöne Lösung suchen. Dank der modularen Bauweise lassen sich die Inspiration-Geräte sogar individuell konfigurieren.

Größter Absatzmarkt der Firma, die ihre Geräte nach wie vor zu hundert Prozent im Malscher Werk fertigt, ist noch immer Deutschland; in den vergangenen drei Jahren wurde allerdings verstärkt die Ausrichtung auf internationale Märkte vorangetrieben, wobei das Prädikat „ausgedacht und handgemacht in Deutschland“ insbesondere in Übersee ein zugkräftiges Kaufargument darstellt. Mittlerweile verkauft AVM weltweit in über 50 Länder. Zu den gegenwärtig 14 Mitarbeitern gehört als Chefentwickler nach wie vor Günther Mania, während  Robert Winiarski sich inzwischen teilweise aus dem Unternehmen zurückgezogen hat, aber immer noch den Servicebereich und die Qualitätskontrolle verantwortet.

Da die Aspekte Audio und Video, wie bereits der Firmenname hervorhebt, gleichermaßen berücksichtigt werden sollen, wird für die Zukunft auch wieder über eine Erweiterung des Sortiments auf visuelle Medien nachgedacht. Zunächst steht allerdings mit neuen Vollverstärkern und Phonovorstufen die Stärkung traditioneller Firmenwerte im Vordergrund. Schließlich sollte laut Udo Besser bei aller Anpassung an moderne Entwicklungen die im Laufe der Jahre gewachsene Identität und Wiedererkennbarkeit der Marke AVM nie verloren gehen.

 

www.avm-audio.de

 

Fragenkatalog LAUT UND LEISE

Leise oder laut?
Von … bis.

Analog oder digital?
Beides.

Röhre oder Transistor?
Beides.

Schallplatte oder Download?
Beides.

Waldlauf oder Fitnessstudio?
Beides.

Trend oder Tradition?
Beides.

Tee oder Kaffee?
Kaffee.

Salat oder Steak?
Beides.

Wein oder Bier?
Bier.

Berge oder Meer?
Beides.

Buch oder Bildschirm?
Buch.

Jazzclub oder Opernhaus?
Opernhaus.

Bach oder Beatles?
Beides.

Wagner oder Wacken?
Wacken.

Standby oder Stecker ziehen?
Standby.

Die angezeigten Preise sind gültig zum Zeitpunkt der Evaluierung. Abweichungen hierzu sind möglich.
Abonnieren Sie den Newsletter und erhalten Sie Informationen rund um das FIDELITY Magazin, exklusive Spezialangebote, Gewinnspiele, neue Features sowie Angebote unserer Partner.