Steinmusic Harmonizer-System

Es kribbelt in meinen Haarspitzen, wenn von Zubehör die Rede ist, das den Hörer, den Raum oder auch gleich die ganze Anlage „entstressen“ soll.

Da wird aktiviert, geläutert, quantenmechanisch nachgeholfen – und der reellste Effekt ist ein gewaltiges Loch in der Brieftasche. Andererseits: Schon deutlich mehr als einmal habe ich bei Zubehör, das in Internetforen gerne als „Voodoo“ bezeichnet wird, zähneknirschend einen Klanggewinn erleben dürfen.
Die Website von Steinmusic bemüht sich zwar, das Wirkprinzip des Harmonizer-Systems zu erläutern. Ich verzichte aber auf eine Wiedergabe des Gelesenen, denn lesen können Sie erstens selbst, einen Internetzugang haben Sie auch – und es ist mir Journalistenehre, keine Dinge erklären zu wollen, die ich selbst nicht verstanden habe. Daher nur in allergrößter Knappheit: Es soll mit dem ganzen Zubehör besser klingen als vorher. Basta.
Mit gemischten Gefühlen öffnete ich die insgesamt vier Kartons mit den einzelnen Komponenten des Harmonizer-Systems, das sich zusammensetzt aus quaderförmigen Geräten mit unbekanntem Innenleben sowie zahlreichen verschiedenfarbigen und unterschiedlich geformten „Steinchen“, die die Wirkung der vorgenannten Geräte bündeln bzw. feinabstimmen, aber auch für sich betrachtet schon positiv wirken sollen. Die Geräte, Harmonizer genannt, werden auf Ständer geschraubt und sollten sich etwa auf Ohrhöhe befinden. Da die Ständer aus Einzelelementen bestehen, lässt sich durch Weglassen oder Hinzufügen von Elementen gut die benötigte Höhe austarieren.
Steinmusic Harmonizer SystemDie Aufstellung selbst ist kein Hexenwerk. Beginnen kann man mit zwei Harmonizern, die – einen symmetrischen, rechteckigen Hörraum vorausgesetzt – in Blickrichtung jeweils mit einer Handbreit Wandabstand in der linken und rechten Ecke des Raums platziert werden, also hinter den Lautsprechern und jenseits deren gedachter Verbindungslinie. Für einen verstärkten Effekt können zwei weitere Harmonizer hinter dem Hörer in den entgegengesetzten Ecken platziert werden. Das ist das Grundgerüst. Die Verteilung der Steine im Raum hingegen (sie tragen so poetische Namen wie „Black Stones“, „Black Diamonds“ oder „Blue Suns“) soll, so Holger Stein, Einfluss auf die Intensität des Verbesserungseffekts oder auch die empfundenen Raumabmessungen haben. Wer einen asymmetrischen Hörraum sein Eigen nennt oder mit der Gesamtsituation überfordert ist, erfährt geduldigen Support von Holger Stein – einfach Fotos vom Raum oder einen Grundriss per E-Mail schicken, und schon wenig später erhalten Sie telefonisch eine Beratung für eine gute Startaufstellung.
Bevor es ans Hören geht, müssen die batteriebetriebenen – die Batterien sollen übrigens mindestens ein Jahr lang halten – Harmonizer eingeschaltet werden. Ein Poti gestattet zusätzlich die Regelung der „Intensität“. Zu Beginn sollte es nicht über die Zwölf-Uhr-Stellung hinaus eingestellt werden. Tja, und was dann nach dem Einschalten bei mir zu Hause passierte, war – sagen Sie bitte jetzt nichts! – dann doch überraschend: Zunehmend subtil, über die kommenden Stunden aber tatsächlich hör- und spürbar schien sich der Hörraum innerhalb der durch die Harmonizer gebildeten Grundlinien in eine Art „geschützte Zone“ zu verwandeln. Das Klangbild wirkte klarer, direkter, räumlich besser sortiert, es schien zu wachsen, ohne dabei aber künstlich verzerrt zu werden. Stellen Sie sich einfach vor, Sie betreten eine seit Wochen nicht gelüftete Wohnung und reißen an einem herrlichen Frühlingsmorgen die Fenster auf. Der Erfrischungseffekt ist ungefähr derselbe wie die Klangerfrischung des Raums. Das Merkwürdige daran: Ich möchte wetten, dass keiner der beschriebenen Effekte mit Messmikrofonen nachvollziehbar ist. Weder glaube ich, dass die Kette sich tonal wirklich veränderte, noch gehe ich von veränderten Raumresonanzen aus. Das wäre physikalisch-elektrotechnisch auch nicht zu erwarten. Ich kann Ihnen nicht sagen, was diese merkwürdigen Dinger machen. Ich kann allerdings sagen, dass ich Sie gestern wieder einpacken und zurückschicken musste. Und dass es seitdem irgendwie unordentlicher bei mir zu Hause klingt. Verrückt!

 

Steinmusic Harmonizer-System, Setpreis ab 1500 €

Steinmusic Ltd.
Hingbergstr. 103a
45468 Mülheim
Telefon 0208 32089

www.steinmusic.de

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