Devialet Expert LE 200

Die „Expert“-Baureihe von Devialet umfasst vier Verstärkermodelle, die mit einer neuen Class-AD-Schaltungstechnik bislang unerreichte audiophile Qualitäten versprechen, darüber hinaus aber auch noch einige andere Spezialitäten zu bieten haben. Wir untersuchen in dieser und der nächsten Ausgabe, wie sich der „mittlere“ Devialet 200 zunächst im Labor, später in der audiophilen Praxis schlägt.

Messungen: Anselm Goertz

Rein äußerlich betrachtet kommt der Devialet 200 zugleich unscheinbar und außergewöhnlich daher. Das flache, in dunkler Chrom-Optik polierte Aluminiumgehäuse deutet zunächst einmal nicht auf einen Verstärker hin. Einzig mittig auf der Oberseite gibt es ein kleines rundes Display und auf der schmalen Front einen dezenten Schalter. Das hintere Viertel des flachen Gehäuses umfasst eine Abdeckung, die sich nach hinten verschieben und abnehmen lässt, darunter kommen die Anschlüsse zum Vorschein. Die Bedienung erfolgt komplett über eine ebenso außergewöhnliche Fernbedienung: ein solider quadratischer Block mit großem Drehregler und vier Tasten, mit denen sich alle Einstellungen vornehmen lassen. Ein eigenes Display hat die Fernbedienung jedoch nicht, sodass es für Detaileinstellungen eines Blicks auf das kleine Display am Gerät bedarf.

Schaltzentrale

An der hinteren Anschlussleiste finden sich neben den Lautsprecherausgängen und einer Kaltgerätebuchse für den Netzanschluss noch sechs Cinchbuchsen, eine XLR-Buchse für digitale Signale im AES3-Standard sowie je ein USB-, ein Toslink- und ein Netzwerkanschluss. Die Funktion der Cinchbuchsen ist in weiten Bereichen konfigurierbar. Diese können Phono-, Line- oder Digitaleingänge sein, aber auch analoge oder digitale Ausgänge, um weitere Geräte oder Subwoofer etc. anzusteuern. Devialet LE 200 verschieden mögliche Entzerrkurven bei PhonobetriebEine Spezialität sind die Phono-Eingänge, die sich nicht nur in der Eingangsimpedanz und Kapazität, sondern auch für die bei der RIAA-Entzerrung genutzten Kennlinien einstellen lassen. Diese außergewöhnliche Option nennt Devialet „Record Active Matching“ (RAM), sie ist auch im LE 200 serienmäßig integriert. Das wunschgemäß entzerrte Phonosignal kann – neben der normalen Wiedergabe über Lautsprecher oder Kopfhörer – auch über einen der digitalen Ausgänge ausgegeben und damit zur digitalen Speicherung von Vinylschallplatten genutzt werden.
Wer sich nun fragt, wie das alles über die wenigen Bedienelemente eingestellt werden soll, werfe einen beruhigenden Blick auf die übersichtliche und gut erläuterte Konfigurator-Software von Devialet. „Le Configurateur“ muss nicht explizit installiert werden, sondern läuft online im Browser, direkt auf der Homepage des französischen Herstellers. Auch wer noch keinen Devialet-Verstärker sein Eigen nennt, kann dort schon einmal alle Möglichkeiten anschauen. Eine online erstellte Konfiguration kann anschließend per Speicherkarte auf den Verstärker übertragen werden. Diese fast schon „traditionelle“ Methode mit der Speicherkarte hat definitiv ihre Vorzüge, denn sie erspart dem Anwender mögliche Querelen mit Netzwerkverbindungen, IP-Adressen, DHCP-Servern und dergleichen.


In der Regel wird der Konfigurator wohl nur zu Beginn häufiger aufgerufen werden, bis die passenden Basiseinstellungen gefunden sind. Danach läuft alles weitere über die Fernbedienung. Details hierzu und insbesondere auch zu den Möglichkeiten, die der Devialet 200 außerhalb seiner Kernkompetenz des Verstärkens bietet, wurden bereits im ersten Teil dieses Berichts  ausgiebig erläutert.

ADH und SAM

Mit ADH und SAM stecken zwei Besonderheiten im Devialet. ADH steht für „Analog Digital Hybrid“ und bezieht sich auf das Funktionsprinzip des Verstärkers. SAM ist das Kürzel für „Speaker Active Matching“ und betrifft das Zusammenspiel von Verstärker und Lautsprecher. Mehr dazu später.

Blockschaltbild des Devialet LE 200 mit ADH und SAM

Blockschaltbild des Devialet mit ADH und SAM

Das ADH-Prinzip wird im White Paper von Devialet wie folgt erläutert: Eine Class-A-Stufe gibt als „Master“-Verstärker den Spannungsverlauf an den Lautsprecherklemmen vor, der daraus resultierende Strombedarf wird jedoch großteils von mehreren Class-D-Verstärkerstufen, den „Slaves“, gedeckt. Man könnte es eventuell auch so beschreiben, dass die Class-D-Stufen die schwere Arbeit machen und die Class-A-Stufe die Feinheiten korrigiert. Im ungünstigsten Fall bedeutet das aber auch für die Class-A-Stufe, dass sie in der Lage sein muss,
den maximalen Strom zumindest kurzzeitig zu liefern. Die Class-D-Stufen sind vom Prinzip her als Schaltverstärker bereits sehr verlustarm. Die im krassen Gegensatz dazu extrem verlustbehaftete Class-A-Schaltung wird – vermutlich durch eine ebenfalls aus einer Class-D-Stufe stammenden Versorgungsspannung – immer nur so weit ausgefahren, wie es gerade eben notwendig ist, womit die Verluste deutlich reduziert werden können. So oder ähnlich lässt sich das von Devialet patentierte ADH-Prinzip anhand der etwas knappen Beschreibung erklären.

Sharc-DSPs

Sämtliche Signalverarbeitung, aber auch Routing, Filterung und Schutzfunktionen werden im Devialet von insgesamt drei Sharc-DSPs übernommen. Der Sharc von Analog Devices ist ein spezieller Audio-DSP mit Fließkomma-Arithmetik, den es in vielen Leistungsstufen gibt und der sich in nahezu allen aktuellen Geräten mit digitaler Audiosignalverarbeitung findet. Intern im Devialet arbeitet die Signalverarbeitung mit 192 kHz Samplerate. Für die DA-Umsetzung zeichnen die bekannten PCM1792-DACs von Texas Instruments (früher Burr-Brown) verantwortlich.
Von Relevanz für den audiophilen Alltag sind einige direkt einstellbare Filter, etwa das schaltbare Subsonic-Filter mit einer festen unteren Eckfrequenz von 20 Hz (–3 dB) und weitere, in der Eckfrequenz frei einstellbare Hochpassfilter in den analogen Eingangswegen, deren Eckfrequenz zwischen 1 Hz und 100 Hz variiert werden kann und deren Steilheit 6 dB/Oct beträgt.

Abb. 1: Bass- und Treble-Einstellungen mit jeweils ±18 dB Gain. Die Eckfrequenzen sind hier exemplarisch auf 200 Hz und 2 kHz eingestellt. Eine Variation ist für das Bass-Filter von 20 bis 500 Hz möglich, für das Treble-Filter von 1 bis 20 kHz.

Abb. 1: Bass- und Treble-Einstellungen mit jeweils ±18 dB Gain. Die Eckfrequenzen sind hier exemplarisch auf 200 Hz und 2 kHz eingestellt. Eine Variation ist für das Bass-Filter von 20 bis 500 Hz möglich, für das Treble-Filter von 1 bis 20 kHz.

Für Anpassungen an den persönlichen Klanggeschmack bietet der Devialet – keineswegs selbstverständlich unter High-End-Verstärkern – Bass- und Treble-Einstellungen. Die Filter dazu werden selbstverständlich auch digital realisiert, sodass sie nicht nur absolut präzise arbeiten, sondern auch in der 0-dB-Stellung wirklich komplett „aus“ sind und keinerlei Auswirkung auf das Signal haben. Die zugehörigen Filterfunktionen sind klassische Shelving-Filter mit maximal ±18 dB Gain und im Konfigurator vorab wählbaren Eckfrequenzen.
Die SAM-Funktion ist lautsprecherspezifisch und kann für eine Auswahl von derzeit schon über 60 Modellen vieler bekannter Hersteller im Online-Konfigurator aus einer Bibliothek ausgewählt werden. Die dort eingesetzten Daten basieren auf einer elektrischen Impedanzmessung und einer Messung der Membranauslenkung des Tieftöners mithilfe eines Laser-Vibrometers. Aus diesen Daten werden eine Korrekturfunktion und eine Art Limiter berechnet, der verhindert, dass der Tieftöner zu sehr in den nichtlinearen Arbeitsbereich läuft oder gar überlastet wird. SAM beschränkt sich aktuell auf den tieffrequenten Bereich unterhalb von 200 Hz.

Frequenzgang und Störabstand

Misst man den Frequenzgang eines Verstärkers, dann gibt es meist nicht viel Aufregendes zu berichten. Der Devialet jedoch verhält sich derart perfekt, wie man es dann doch nur selten zu sehen bekommt. Der Verlauf in Abbildung 2 spricht wohl für sich (man beachte die dB-Skalierung) und ist zudem auch noch völlig unabhängig von der angeschlossenen Last, selbst noch bei 40 kHz. Berechnet man daraus den Dämpfungsfaktor bezogen auf 4 Ω, dann liegt dieser – nahezu unabhängig von der Frequenz – in einer Größenordnung von 1000! Dass sich der hier nicht abgebildete Phasengang ähnlich perfekt verhält, versteht sich dann schon fast von selbst.

Abb. 2: Eigentlich eine überflüssige Grafik, aber gerade deswegen auch so sehenswert: Die Frequenzgänge des Devialet 200 ohne Last, mit reellen Widerständen (2, 4, 8 und 16 Ω) und mit Lautsprecher-Dummy (4 und 8 Ω). Die Kurven sind auch bei hoher Auflösung nicht zu unterscheiden; der Verstärker verhält sich absolut perfekt.
Abb. 2: Eigentlich eine überflüssige Grafik, aber gerade deswegen auch so sehenswert: Die Frequenzgänge des Devialet 200 ohne Last, mit reellen Widerständen (2, 4, 8 und 16 Ω) und mit Lautsprecher-Dummy (4 und 8 Ω). Die Kurven sind auch bei hoher Auflösung nicht zu unterscheiden; der Verstärker verhält sich absolut perfekt.

Abb. 3: Störspektrum am Ausgang mit 64K FFT und aufaddiert für Terzbänder. Der Gesamtpegel liegt bei –82,5 dB linear bewertet und bei –86,6 dBu mit A-Bewertung. Die maximale Ausgangsspannung beträgt +33,2 dBu. Die verfügbare Dynamik liegt somit bei knapp 120 dB.

Abb. 3: Störspektrum am Ausgang mit 64K FFT und aufaddiert für Terzbänder. Der Gesamtpegel liegt bei –82,5 dB linear bewertet und bei –86,6 dBu mit A-Bewertung. Die maximale Ausgangsspannung beträgt +33,2 dBu. Die verfügbare Dynamik liegt somit bei knapp 120 dB.

Die maximale Ausgangsspannung der Endstufen liegt bei 33,2 dBu. Aus diesem Wert und dem ohne Signal am Ausgang noch anliegenden Störpegel lässt sich die verfügbare Dynamik berechnen. Abbildung 3 zeigt dazu das Störspektrum am Ausgang mit einem A-bewerteten Summenpegel von –86,6 dBu. Der Verstärker befand sich bei der Messung nicht im Mute-Zustand. Das ist wichtig zu wissen, da sich viele Geräte mit der Auto-Mute-Funktion, sobald kein Signal mehr anliegt, einen zu guten Wert ermogeln. Benutzt man anstatt der digitalen die analogen Eingänge des Devialet in einer vergleichbaren Einstellung, dann fällt der Wert ca. 4 dB geringer aus. Zu den analogen Line-Eingängen ist noch anzumerken, dass für die Einstellung der Empfindlichkeit auf 4 V die maximale Eingangsspannung +17 dBu betragen darf. Für kleinere Werte der Empfindlichkeit verschiebt sich die Clipgrenze entsprechend weiter nach unten.

Verzerrungswerte

Nichtlineare Verzerrungen als harmonische Verzerrungen (THD) oder auch als transiente Intermodulationsverzerrungen (DIM) sind bei vielen Class-D-Verstärkern ein Schwachpunkt. Doch nicht so beim Devialet 200.

Abb. 4: THD (rot) in Abhängigkeit vom Eingangspegel (dBfs), gemessen über den digitalen AES/EBU Eingang mit +3 dB Volume-Einstellung. Mit –107 dB (= 0,0004 %) erreicht der Devialet extrem gute Werte, die auch bis zur Clipgrenze Bestand haben. In Blau die dabei an 4 Ω pro Kanal abgegebene Leistung.
Abb. 4: THD (rot) in Abhängigkeit vom Eingangspegel (dBfs), gemessen über den digitalen AES/EBU Eingang mit +3 dB Volume-Einstellung. Mit –107 dB (= 0,0004 %) erreicht der Devialet extrem gute Werte, die auch bis zur Clipgrenze Bestand haben. In Blau die dabei an 4 Ω pro Kanal abgegebene Leistung.

Schaut man sich dazu die THD-Kurve in Abbildung 4 an, könnte man denken, dass diese auch von einer sehr guten klassischen Class-AB- oder Class-H-Endstufe stammen. Gemessen wurde über den digitalen AES/EBU-Eingang. Die X-Achse der Grafik zeigt den Eingangspegel bezogen auf digitale Vollaussteuerung 0 dBfs. Mit einer Volume-Einstellung von +3 dB wird dann bei –2 dBfs die Clipgrenze der Endstufe erreicht. Bei 4 Ω Last bedeutet das eine Leistung von 300 W pro Kanal für das konstant anliegende Messsignal. Die Verzerrungswerte fallen auf –107 dB im Minimum (entsprechend 0,0004 %), und auch direkt vor der Clipgrenze liegt die Kurve noch unterhalb von –100 dB (= 0,001 %). Ein Blick auf das dazugehörige Klirrspektrum aus Abbildung 5 zeigt zudem primär k2- und k3-Verzerrungsanteile. Die unschöneren höheren Verzerrungskomponenten liegen alle unterhalb von –120 dB und sind in der Messung überhaupt nur deswegen noch sichtbar, weil der Devialet fast nicht rauscht.
Im weiteren Verlauf der Messungen zeigt Abbildung 6 mit den THD-Kurven in Abhängigkeit von der Frequenz, dass die sehr guten Werte auch unabhängig von der Frequenz Bestand haben. Erst ab ca. 3 kHz aufwärts beginnt die Kurve dann mit den üblichen 6 dB pro Oktave langsam anzusteigen.

Abb. 5: Klirrspektren für beide Kanäle bei 2 x 150 W an 4 Ω. Die ohnehin geringen Werte werden von relativ gutmütigem k2 und k3 dominiert. Alle höheren Komponenten liegen unter –120 dB.

Abb. 5: Klirrspektren für beide Kanäle bei 2 x 150 W an 4 Ω. Die ohnehin geringen Werte werden von relativ gutmütigem k2 und k3 dominiert. Alle höheren Komponenten liegen unter –120 dB.

Abb. 6: THD in Abhängigkeit von der Frequenz bei 2 x 75 W an 4 Ω. Die niedrigen Verzerrungswerte bleiben auch zu höheren Frequenzen weitgehend erhalten.

Abb. 6: THD in Abhängigkeit von der Frequenz bei 2 x 75 W an 4 Ω. Die niedrigen Verzerrungswerte bleiben auch zu höheren Frequenzen weitgehend erhalten.

Bislang drehte sich alles um harmonische Verzerrungen – und somit um Messungen im eingeschwungenen Zustand. Spätestens seit Matti Otala und seinen Arbeiten für Harman-Kardon (bzw. Citation) in den 1970ern weiß man jedoch, dass die alleinige Konzentration auf niedrige harmonische Verzerrungen nicht ausreicht. Es gilt, auch die insbesondere für den Klangcharakter wichtigen transienten Verzerrungen zu betrachten. Die Messungen dazu erfolgten – nach Matti Otala – mit einem 15-kHz-Sinussignal, kombiniert mit einem steilflankigen 3,15-kHz-Rechtecksignal. Ausgewertet wurden die dabei entstehenden Intermodulationsprodukte. Abbildung 7 zeigt die entsprechende Messung für den Devialet. Bei guter Aussteuerung liegen die Werte im Bereich von –80 bis –90 dB, womit man sich bereits der Grenze des Messbaren nähert.

Abb. 7: Transiente Intermodulationsverzerrungen (DIM) in Abhängigkeit vom Eingangspegel in dBfs. Bei höheren Pegeln ab –10 dBfs greift eine HF-Schutzschaltung und stört so die Messung.

Abb. 7: Transiente Intermodulationsverzerrungen (DIM) in Abhängigkeit vom Eingangspegel in dBfs. Bei höheren Pegeln ab –10 dBfs greift eine HF-Schutzschaltung und stört so die Messung.

Leistungswerte

Die Leistungswerte des Devialet 200 wurden für Lastimpedanzen von 2, 4, 8 und 16 Ohm bei gleichzeitiger Belastung beider Kanäle ermittelt. Um eine differenzierte Beurteilung der Eigenschaften des Verstärkers zuzulassen, wurden für diese Messungen zwei unterschiedliche Arten von Testsignalen eingesetzt:
• mit konstant anliegenden Sinussignalen – zur Beurteilung des Einsetzens von RMS-Limitern, Strombegrenzungen im Netzteil oder sonstigen Limitierungen
• mit Sinusbursts verschiedener Länge und mit verschiedenen Taktverhältnissen – zur Beurteilung, welche kurzzeitige Spitzenleistung eine Endstufe, abhängig von der sonstigen Auslastung, liefern kann.

Schaut man zunächst auf die (in der Praxis eher weniger relevanten) Leistungswerte mit Sinussignal, dann verdoppeln sich diese zunächst einmal bei jeder Halbierung der Impedanz. Erst beim Schritt von 4 Ω auf 2 Ω gelingt das nicht mehr, bei 380 W an 2 Ω greift die Strombegrenzung. An 16 Ω und 8 Ω liefert der Devialet die Sinusleistung tatsächlich konstant ab, sogar noch nach 60 s. An niedrigeren Lastimpedanzen greift bereits vorher eine Schutzschaltung. Ein Nachteil entsteht dadurch in der Praxis jedoch nicht, da Musik bekanntlich nicht aus dauerhaften Sinussignalen besteht. Viel wichtiger ist das Verhalten bei impulshaltigen Signalen. Die Signalform wird dabei über den Crestfaktor als Verhältnis vom Spitzenwert zum Effektivwert in einem Signal beschrieben. Ein Sinussignal hat so einen Crestfaktor von 3 dB, ein typisches Musiksignal von 12–20 dB. Abbildung 9 zeigt dazu die Messwerte des Devialet 200, die sich ab einem Crestfaktor von 12 dB jetzt auch an 2 Ω bis auf 600 W manifestieren.

Abb. 8: Leistungswerte bei gleichzeitiger Belastung beider Kanäle und Messung mit einem konstant anliegenden Sinussignal (Leistungsangaben als RMS-Werte)

Abb. 8: Leistungswerte bei gleichzeitiger Belastung beider Kanäle und Messung mit einem konstant anliegenden Sinussignal (Leistungsangaben als RMS-Werte)

Abb. 9: Leistungswerte bei gleichzeitiger Belastung aller Kanäle mit Sinusburst und Burst-Signalen mit verschiedenen Crestfaktoren (Leistungsangaben als Kurzzeit-RMS-Werte)

Abb. 9: Leistungswerte bei gleichzeitiger Belastung aller Kanäle mit Sinusburst und Burst-Signalen mit verschiedenen Crestfaktoren (Leistungsangaben als Kurzzeit-RMS-Werte)

Ein weiteres Diagramm (Abb. 10) beschreibt den Wirkungsgrad des Verstärkers. Die Leistungsaufnahme aus dem Stromnetz ohne Signal beträgt 57 W. Zieht man diese als Offset ab, dann ergibt sich für die reine Signalverstärkung ein guter Wirkungsgrad von ca. 80 %.

Leistungsaufnahme
Standby: 7 W
No signal: 57 W
Max. 12 dB CF: 150 W
Max. Sinus: 820 W

Abb. 10: Wirkungsgrad des Devialet 200 in %, abhängig von der abgegebenen Leistung (x-Achse). In Blau die Kurve ohne Grundlast. Der Wert liegt im Mittel bei guten 80 %.

Abb. 10: Wirkungsgrad des Devialet 200 in %, abhängig von der abgegebenen Leistung (x-Achse). In Blau die Kurve ohne Grundlast. Der Wert liegt im Mittel bei guten 80 %.

Fazit

Der Devialet Expert LE 200 mit dem patentierten ADH-Schaltungskonzept hält alles ein, was er verspricht. Die Messwerte sind in allen Disziplinen ausnahmslos sehr gut bis perfekt. Leistung steht für normale Anwendungen ebenfalls reichlich zur Verfügung. Wer trotzdem noch mehr Leistung wünscht, der kann seinen LE 200 ganz einfach mit einem zweiten Exemplar zum LE 400 Dual Mono ausbauen und – kurzerhand neu konfiguriert – als Monoendstufe betreiben. Die äußerst flexiblen Konfigurationsmöglichkeiten via Speicherkarte machen den Devialet 200 zudem zu einer ebenso unauffälligen wie eleganten Schaltzentrale für höchste Ansprüche.

Devialet LE 200 Fernbedienung

 

Vollverstärker
Devialet LE 200
Garantiezeit: 5 Jahre
Preis: 7000 €

Audio Components Vertriebs GmbH
Harderweg 1
22549 Hamburg
Telefon 040 401130380

www.audio-components.de

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Lesen Sie hier, wie sich der Devialet 200 außerhalb des Labors in der audiophilen Praxis schlägt. Insbesondere wollen wir herausfinden, welche hörbaren Auswirkungen SAM und RAM für ausgewählte Lautsprecher bzw. auf die Wiedergabe von Schallplatten hat.

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