Audiograde / Wolfram Szentiks – Aus einem Guss und gänsehautgeprüft

Die Audiograde AG wurde 2010 mit dem Ziel ins Leben gerufen, die erste Lautsprecherbox mit monolithischem Gussgehäuse aus Beton auf den Markt zu bringen.

Audiograde / Wolfram Szentiks in Who is Who in High Fidelity

Wolfram Szentiks

Wolfram Szentiks, der das Unternehmen zusammen mit einigen Freunden gründete, hatte allerdings bereits in den acht Jahren zuvor viel Zeit darauf verwendet, die perfekte Gießtechnik zu entwickeln. Die dahinter stehende Idee hatte ihn seit seiner Jugend umgetrieben: eine Box zu bauen, bei der das Gehäuse keinerlei Einfluss auf den Klang hat.

Schon früh wurde Wolfram Szentiks, der in der HiFi-Hochzeit der 80er-Jahre aufwuchs, vom HiFi- und Bastlerbazillus befallen. Als Schüler verbrachte er seine Freizeit in einer Radio- und Fernsehwerkstatt, wo er dem Meister nicht nur über die Schulter gucken, sondern irgendwann auch selbst Reparaturen durchführen durfte. Mit 16 erhielt er den Auftrag, einen VHS-Kurs zum Thema Lautsprechereigenbau abzuhalten, nachdem er einmal in den Osterferien seinem Nachbarn, dem Leiter der örtlichen Volkshochschule, dessen Lautsprecher zusammengebaut hatte. Je intensiver er sich mit Schallwandlern befasste, desto unzufriedener war er allerdings mit dem, was auf dem Markt angebotenen wurde. Seine kritische Haltung führte dazu, dass ihn HiFi-Zeitschriften, an deren Lautsprechertests er teilnehmen sollte, regelmäßig von Vorführungen ausschlossen, weil er sich weigerte, das zu hören, was ihm von den Redakteuren vorgegeben wurde. Versuche, ein möglichst schwingungsarmes Gehäuse zu konstruieren, brachten ihn zu dem Schluss, dass sich mitteldichte Holzfaserplatten aufgrund ihrer Schalldurchlässigkeit nur bedingt für den Lautsprecherbau eignen.

Nach seinem Elektrotechnikstudium in Aachen arbeitete Szentiks zunächst einige Jahre in der CNC-Technik und -Fertigung, bis er den richtigen Zeitpunkt gekommen sah, seinen Traum von der Gründung einer eigenen Firma in die Tat umzusetzen. Den Plan, Beton zu verwenden, musste Szentiks allerdings einstweilen zurückstellen. Als Material für die Gehäuse der ersten beiden Boxenmodelle diente stattdessen eine spezielle Verbindung aus Polyurethan, die fast ebenso dicht und schwer ist, sich aber nach dem Gießen weitaus besser nachbearbeiten lässt. Abgesehen von Zukaufteilen wie Chassis, Kondensatoren und Spulen werden heute alle Lautsprecher vollständig am Firmensitz in Aachen gefertigt; das Gießen der Gehäuse unter Vakuum übernimmt eine Firma in Stuttgart. Auf großes Interesse stoßen die Lautsprecher in Asien, wo sich die Kunden besonders vom Gewicht der äußerlich gar nicht so schwer wirkenden Boxen beeindruckt zeigen. In Deutschland dauere es dagegen erfahrungsgemäß etwas länger, bis eine neue Marke akzeptiert werde. Dank Szentiks langjähriger Praxis in der CNC-Technik und der eigens entwickelten Fertigungsmaschinen verfügt Audiograde mit der Entwicklung und Adaptation von Anwendungen für andere Hersteller noch über ein zweites geschäftliches Standbein.

Der Name Audiograde als Kombination aus den Wörtern Audio und Upgrade steht laut Szentiks dafür, Dinge, die sich bewährt haben, beizubehalten und stetig zu verbessern. Die Kunden sollen die Gewissheit haben, dauerhaft an Entwicklungen teilhaben und alle Komponenten stets nachrüsten oder austauschen zu können. Für den Entwickler, der auch den markanten Firmenschriftzug entworfen hat, bringt der Leitsatz „performing acoustic visions“ die Audiograde-Philosophie auf den Punkt: „Das Auge hört mit.“ Die Lautsprecher sollen nicht nur klangtechnisch glänzen, sondern auch äußerlich Kunstwerke sein. Die auffällige Wellenform der Boxen, die für die Herstellung eine zusätzliche Herausforderung darstellt, dient allerdings nicht vorrangig der Ästhetik, sondern soll das Auftreten stehender Wellen im Gehäuse verhindern. Neben dem geringen Klirrfaktor gehört ein neutraler Klang zu den Audiograde-Markenzeichen. Beim letzten Qualitätstest vertraut Szentiks stets seinen Ohren und seiner Gänsehaut.

Demnächst ist geplant, mit einer über zwei sowie einer deutlich unter einem Meter hohen Box, die ohne Wellenform auskommen wird, in beiden Richtungen in neue Größen- und Preisdimensionen vorzudringen. Darüber hinaus engagiert sich der frühere Leichtathlet Szentiks mit seinem Unternehmen auch für den lokalen Sport, wirkt ehrenamtlich als Stabhochsprungtrainer bei der Aachener Turngemeinde und entwickelt hierfür aktuell eine elektronische Zeit- und Abdruckmessanlage.

 

Fragenkatalog Laut und Leise

Leise oder laut?
Laut.

Analog oder Digital?
Analog.

Röhre oder Transistor?
Transistor.

Schallplatte oder Download?
Schallplatte.

Waldlauf oder Fitnessstudio?
Waldlauf.

Trend oder Tradition?
Tradition.

Tee oder Kaffee?
Kaffee.

Salat oder Steak?
Steak.

Wein oder Bier?
Keines von beidem. Ich trinke gar keinen Alkohol.

Berge oder Meer?
Meer.

Buch oder Bildschirm?
Bildschirm.

Jazzclub oder Opernhaus?
Pop.

Bach oder Beatles?
Ich dachte immer, es heißt Stones oder Beatles?

Wie wäre denn Ihre Antwort bei Stones oder Beatles – die Beatles?
Ja.

Bach oder Beatles ist schwerer zu beantworten?
Schon eher Beatles. Wobei ich ein großer Klassik-Fan bin, aber von Klassik gar keine Ahnung habe, während ich von normaler Rock- und Popmusik, denke ich, schon ein gutes, breitbandiges Wissen habe. Ich finde es immer toll, wenn Leute von Klassik Ahnung haben. Ich habe ganz viele Klassik-Scheiben, die ich je nach Stimmung einfach sehr gern höre, bei denen ich aber nicht wüsste, wie sie heißen. Wir planen ja auch eine „Klangnacht“ nur mit „Carmen“ von analoger Platte, die wir dann auf einem ganz großen Setup spielen wollen.

Wagner oder Wacken?
Da nehme ich eher Wagner.

Standby oder Stecker ziehen?
Standby.

 

AUDIOGRADE AG
Jülicher Straße 334
52070 Aachen

Telefon: 0241-18 98 77 01

 

www.audiograde.de

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