Milo – So The Flies Don’t Come

 

Milo

Milo – So The Flies Don’t Come
Eigenverlag/Bandcamp 16/44

Zum HipHop gehört in aller Regel die große Geste. Macho-Posing und ein lockeres Mundwerk entspricht quasi dem guten Ton des Genres. Das Klischee ist hier zum erfolgreichen Geschäftsmodell geworden. Polemisch könnte man auch sagen, je größer der inhaltsleere Gestus, desto lauter das Klingeln der Kasse. Dass es auch ganz anders in diesem Genre zugehen kann, erfährt man meist an den Rändern des kommerziellen Erfolgs. Hier lassen sich auch die spannenden Verschränkungen zwischen Spoken Word und Rap finden, die das Genre immer noch so aufregend machen. Ganz unscheinbar versteckt zwischen vielen Bandcamp-Seiten und einem wahrlich unspektakulären Facebook-Auftritt findet man Milo. Er lebt und produziert in Milwaukee, das nun ja nicht gerade als Hochburg des HipHop gilt. Nur wenig lässt sich über ihn in Erfahrung bringen, weshalb man einfach seine lässig zwischen Rap-Flows und Spoken Word wechselnden Tracks für ihn sprechen lassen sollte. Zehn kurze, eindringliche Stücke geben Milos Sicht auf die Welt preis. Eher leise Töne sind von ihm zu vernehmen, die aber umso eindringlicher wirken. Auch der Beat ist hier nicht ganz so fett, dafür aber soundmäßig ausgefeilter und die Rhythmik eine Spur komplexer als bei den erfolgreichen Lautsprechern des Raps. Für eingefleischte Fans und Insider ist So The Flies Don’t Come zunächst als wunderbar altmodisches MC-Tape erschienen, was natürlich längst vergriffen ist. Wir Nachzügler laben uns dagegen am Download, aber mit nicht weniger Freude. Und Nachschub bietet Milos Bandcamp-Seite auch noch an. Gehen wir also auf Entdeckungsreise.

 

Dieser Beitrag erschien ursprünglich in FIDELITY Nr. 24 (2/2016)

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