Classidelity: Sally Beamish – The Singing

 

Die derzeit sehr erfolgreiche britische Komponistin Sally Beamish (geb. 1956) arbeitet gerne mit jungen Orchestern zusammen. Sie schätzt die Abenteuerlust junger Musiker, ihre stilistische Offenheit, ihr frisches Gefühl für Farben und Rhythmen. Denn Beamish hält wenig von Dogmen und Vorschriften, sie schreibt eine neue Musik, die Begeisterungspotenzial besitzt.

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Sally Beamish – The Singing
SACD/BIS

“It’s really a great time to be a composer, there’s total freedom”, sagt sie. Ihre wichtigsten Anregungen holt sich Beamish aus literarischen Büchern, aus Klängen der Natur und aus den keltischen Traditionen Schottlands. Letztere spürt man vor allem in ihrem Akkordeonkonzert The Singing, das von gälischen Liedern (weltlichen und religiösen) inspiriert ist und wo das Akkordeon schon auch mal einen Dudelsack-Pibroch nachahmt.

Doch Beamishs Variationen über solche Quelltexte bieten ein enorm spannendes, farblich fantastisches, rhythmisch packendes und strukturell modernes Hörerlebnis. Das Album versammelt gleich fünf neuere Kompositionen von Sally Beamish aus den Jahren 2003 bis 2012 – darunter auch das kurze Kammerorchesterstück Reckless, als Konzertfeger eine echte Alternative zu John Adams’ Short Ride In A Fast Machine. Den Schwerpunkt der CD bilden allerdings die drei Solistenkonzerte, die allein schon wegen der Klasse ihrer Protagonisten hörens- und staunenswert sind. James Crabb (Akkordeon), Branford Marsalis (Altsaxofon) und Håkan Hardenberger (Trompete) zählen zu den führenden Virtuosen auf ihrem jeweiligen Instrument.

 

Dieser Beitrag erschien ursprünglich in FIDELITY Nr. 22 (6/2015)

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