Jazzidelity: Pascal Schumacher – Left Tokyo Right

 

Das Vibrafon ist wie gemacht für insistierende Patterns, für den pochenden harmonischen Sog. Pascal Schumacher hat das Instrument „klassisch“ gelernt, er hat mit dem Minimalisten Steve Reich gearbeitet, er schätzt Avantgarde-Ensembles wie Bang On A Can und Popbands wie Coldplay.

schumacher

Pascal Schumacher – Left Tokyo Right
CD/Laborie Jazz

Es muss im Jazz ja nicht immer swingen. „Ich sehe keinen Sinn darin, im 21. Jahrhundert als Luxemburger swingenden Jazz zu spielen“, sagt er. „Ich bin auch nicht von Luxemburger Volksmusik geprägt. Ich habe einfach einen klassischen Background.“

Deshalb entfaltet sich Schumachers Jazz in einem Klangraum, der von Minimal Music, Trance, Pop und Prog geformt ist. Für seine bereits sechste Quartett-CD hat er sogar noch eine weitere Inspiration gefunden: Japan und seine Ästhetik. Der Albumtitel Left Tokyo Right soll heißen: Japan hat zwei sehr verschiedene Seiten. „Ich glaube, dass die japanische Gesellschaft gleichzeitig moderner und traditioneller ist als die europäische“, sagt Schumacher. Zu beiden Extremen passt das Vibrafon hervorragend – zu spiritueller Zen-Haltung wie zu piepsender Digitaltechnik. Die Stücke auf dem Album heißen „Nambu-Tekki“ oder „Wabi-Sabi“, sie kommen aus einer großen Ruhe und geben den Improvisationen eine mächtige hypnotische Wirkung. Das Elementare und das Raffinierte werden hier eins. Und als wäre das nicht genug, setzen einige musikalische Gäste noch ihre brillanten Akzente, darunter der finnische Trompeter Verneri Pohjola und der französische Flötist Malik Mezzadri, der nicht umsonst „Magic Malik“ heißt.

 

Dieser Beitrag erschien ursprünglich in FIDELITY Nr. 20 (4/2015)

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