Maria Callas
Maria Callas Remastered Sämtliche Studioproduktionen 1949–1969 69 CDs/Warner

Maria Callas Remastered

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Maria Callas Remastered

Sämtliche Studioproduktionen 1949–1969

Wenn es in der Musik neben dem göttlichen Funken der Inspiration auch eine Fleisch gewordene Göttin gibt, dann ist sie es: Maria M. Callas. Kind einer griechischen Familie in New York, nach kurzer Studienzeit in Athen bei Elvira de Hidalgo erste Engagements in Athen, dann der Durchbruch 1947 als La Gioconda in der Arena di Verona. Ruhm, Glanz, Macht. Und viel zu leicht übersieht man die großartige Künstlerin hinter diesem Funkenflug, lässt sich blenden von dem schönen Schein, der doch so teuer erkauft ist.

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Für eine Biografie reicht der Platz leider nicht, noch nicht einmal für die Durchleuchtung auch nur einer ihrer mit holzschnittartiger Schärfe gestalteten Charakterdarstellungen. Aber hören können wir. Zum Glück.

Maria Callas
Maria Callas Remastered
Sämtliche Studioproduktionen 1949–1969
69 CDs/Warner

Und zum Glück hat der Time Warner Konzern, der den Back-Katalog der EMI aufkaufte, eine luxuriöse Box mit immerhin 69 CDs, auf denen sämtliche Studioproduktionen der Diva aus den Jahren 1949–69 enthalten sind. Und das – so viel sei auch schon verraten – aufgrund eines aufwendigen, neuen Masterings in ungewohnt guter und vor allem natürlich anmutender Klangqualität. Die Callas steht bei sämtlichen Aufnahmen klar wie nie vor uns, und auch das Orchester, bei den älteren Opernaufnahmen oft ein amorpher Klangbrei im Hintergrund, darf nun differenziert aufspielen. Noch ein Glück für uns, dass die Mastering Ingenieure sich nicht ohne Rücksicht auf Verluste um spektakuläre Klarheit bemühten, sondern den Produktionen vor allem eine ungemein natürliche Klanglichkeit anerzogen. Gerade bei gesungener Musik ein unschätzbares Geschenk.

Hören wir uns nun durch die Aufnahmen, fällt es schwer, sich der hypnotischen Macht der Diva zu entziehen. Besonders faszinierend die Gegenüberstellung ihrer beiden Norma-Aufnahmen, die zwar nur sechs Jahre auseinander liegen und dennoch zwei Welten zeigen – Maria Callas muss sich in dieser Zeit vor allem charakterlich enorm weiterentwickelt haben, anders lassen sich die ungleich schärferen Konturen der späteren Seelenbilder nicht erklären.

Wunderbar ihre zugleich glutvolle und doch von moralischer Reinheit erfüllte Tosca, die zu Beginn noch mit wundervoller menschliche Wärme in unsere Herzen schleicht, dann über Fassungslosigkeit, Verzweiflung und der daraus erwachsenen Kraft zu einem fast übermenschlichen Wesen transformiert. Hier auch grandios begleitet von Victor de Sabata – neben Tullio Serafin einer ihrer wichtigsten Ratgeber und Wegbegleiter.

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Unendlich packend ist die Callas in ihrer Paraderolle, der Medea von Cherubini. Ihr ist es zu verdanken, dass diese Oper überhaupt wieder ins Bewusstsein der Hörer und auf die Spielpläne der Theater gekommen ist. Wer ihre Medea erlebt – eine mystische Priesterin, die vor Rache kocht, dann Versöhnung heuchelt und ihrer jüngeren Rivalin ein giftdurchtränktes Gewand reicht, anschließend ihren ehemaligen Gatten Iason verflucht –, ist nicht nur angesichts ihrer Gesangskunst, sondern vor allem ob der chirurgischen Präzision ihrer psychologischen Analyse gebannt.

Diese Box ist ein Muss für jeden Opernliebhaber.

 

Dieser Beitrag erschien ursprünglich in FIDELITY Nr. 16 (6/2014)

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