AVID: Good-Better-Best: In zwei Schritten von „gut“ nach „überragend“

AVID-Chef Conrad Mas kündigte einen Besuch in unserer Redaktion an, nicht zuletzt anlässlich des Tests des Spitzenlaufwerks Acutus SP, der in FIDELITY Nr. 29 (ab 9. Dezember 2016 an den Kiosken) erscheinen wird. Flankiert vom deutschen AVID-Vertrieb IDC in Person von Martin Klaassen und Uwe Kuphal, begann Conrad Mas umgehend und routiniert seine drei Laufwerke für AVIDs berüchtigte Good-Better-Best-Vorführung aufzubauen. Berüchtigt deshalb, weil sie nie Zweifel offen lässt, dass sich eine erhöhte Investition in das Laufwerk – zumindest im Fall von AVID – immer auszahlt.
Die AVID-Laufwerke Diva (2500 Euro), Sequel (7900 Euro) und Acutus SP (14500 Euro) werden dabei mit exakt gleichen Tonarmen (hier: SME Series IV) und Systemen (Nagaoka MP 150) bestückt, das Kabel zur AVID-Phonostufe wandert immer mit. Zur Verstärkung diente uns der frisch eingetroffene Röhrenverstärker Cayin CS100A, der im Ultra-Linear-Betrieb ein Pärchen Bowers&Wilkins 683 S2 (ausführlicher Test in FIDELITY 29) befeuerte. Eine für die „Good-Better-Best“-Vorführung enorm aussagekräftige Kombination.
Schon mit dem Intro einer ungewaschenen und zudem leicht verwellten Pressung von Platinum Jazz der Funk-Band War wurden umgehend die Qualitätssprünge deutlich. AVIDs Topmodell Acutus offenbart eine Fülle von Details, die die kleineren Modelle zwar nicht verschweigen, aber doch nicht in selbem Maße betonen. Darüber hinaus zeigt der Acutus ausgesprochen kräftige Klangfarben und eine frappierend realistische Räumlichkeit, die Diva und Sequel in dieser Form schlicht nicht bieten können. Ausgesucht audiophile Aufnahmen von Joe Jackson (Tucker OST) und Henry Mancini (Breakfast At Tiffany’s, The Pink Panther) bestätigten und verstärkten diesen ersten Eindruck.


Der Vormittag in der Redaktion verflog ohne die geringste Spur der sich sonst gerne einstellenden Langeweile. Um kurz vor zwölf mussten einer bayrischen Regel folgend die Weißwürste ins erhitzte Wasserbad. Selbstverständlich servieren wir bei FIDELITY nicht irgendwelche Weißwürste, sondern die traditionell besten Münchens und somit die besten der Welt, direkt vom „Wallner“ am Münchener Schlachthof – ein Hochgenuss, den unsere Gäste sichtlich (und eifrig fotografierend) zu schätzen wussten. Während sich ein interessantes Gespräch über Konstruktionsprinzipien von Plattenspielern entwickelte, schrumpfte der Spezialitätenvorrat im Kessel zusehends, bis sich der Chef vom Dienst der letzten einsamen Weißwurst annahm. Pünktlich zum Nachtisch lieferte ein Bote die heißersehnte Palette mit der neuen FIDELITY; auf die sich alle Anwesenden stürzten, als trüge sie die letzte Sachertorte der Welt. Es könnte aber auch daran gelegen haben, dass darin ein Bericht über den AVID Acutus SP zu lesen ist.
Zurück im Hörraum. Nachdem Conrad Mas‘ Vorführung ihr Ziel – wie immer – punktgenau erreicht hatte, blieb uns noch reichlich Zeit, um nur zum Vergnügen, ohne Testdruck, ein paar ausgesuchte Scheiben von audiophil (Weezer) über extrem dynamisch (James Blake: Limit To Your Love) bis country-cool (Hank Thompson: Songs For Rounders) durchzuhören und zwischendurch immer wieder wichtige Fragen des Plattenspielerbaus und -verkaufs zu diskutieren. Conrad Mas ist beispielsweise fest davon überzeugt, dass man den potentiellen Kunden ernst nehmen muss, ihm seine Möglichkeiten aufzeigen sollte, auch wenn sie seinen derzeitigen finanziellen Rahmen vielleicht übersteigen. Denn Kunden, die wissen, was sie erwartet, kämen gerne wieder. Und Kunden, die den Klang eines AVID Acutus einmal kennengelernt haben, würden sich oft Jahre später noch an diese Vorführung erinnern. Ich fürchte, uns wird es ebenso ergehen.

Mehr zu „Good-Better-Best“ von AVID in FIDELITY Nr. 30.

 

www.idc-klaassen.com

www.avidhifi.com

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