B&W Rhythm’n’Blues Festival 2016 – The Voice Of Halle/Westfalen

 

Bereits zum 14. Mal fand das alljährliche Bowers & Wilkins Rhythm’n’Blues Festival statt. Am 29. Oktober 2016 rockten ein halbes Dutzend Bands das Gerry Weber Event Center in Halle/Westfalen – und wieder gab’s reichlich auf die Ohren.

The Voice Of Halle/Westfalen

Der Blues – Wiederkehr des Immergleichen? Das behaupten Unwissende gern und hartnäckig. Stimmt aber nicht. Auf die Variationen kommt es an!
Höchst individuellen Blues mit großen Songwriter- und Balladenqualitäten gab’s zum Beispiel mit Andreas Kümmert und seiner Band zu erleben. Kümmerts kraftvolle und variationsreiche Stimme zog die mehr als 1500 Besucher des B&W Rhythm’n’Blues Festivals sofort in den Bann. Seine Band bot dabei ein extrem solides Fundament, sowohl bei den Eigenkompositionen, als auch bei quasi „unvermeidlichen“ Coverversionen wie etwa Elton Johns „Rocket Man“. Was für eine Stimme!

Zwei Musiker so laut wie zehn

Natürlich gab es auch auf dem diesjährigen B&W Rhythm’n’Blues Festival 2016 einiges zu sehen, das man als regelmäßiger Festivalgänger nicht zum ersten Mal erlebte. Die mitternächtliche „Blues Brothers Revue“ der Band Sixtyfive Cadillac zum Beispiel. Bis weit, weit in die Nacht hinein ließen es die beiden bärtigen, aber dennoch überzeugenden Blues Brothers mit ihrer achtköpfigen Band ordentlich krachen.
Einigen bekannt waren auch schon die Balkun Brothers, zwei hartgesottene, straßenmusikgestählte Elektro-Bluesbrüder aus den USA. Sie hatten im vergangenen Jahr als Überraschungs-Act im „Gepäck“ des großen Popa Chubby das B&W Rhythm’n’Blues Festival 2015 dermaßen gerockt, dass Mitveranstalter Peter Schulte (B&W) darauf bestand, die beiden Vollblut-Bluesmen auch in diesem Jahr wieder in Halle/Westfalen zu begrüßen. Allein mit Gitarre und Schlagzeug (und doppeltem Gesang) legte das ungleiche Brüderpaar Steve und Nick „The Hammer“ Balkun eine extrem energiereiche Performance auf die Bretter. Nicht wenige Besucher, darunter auch FIDELITY, erklärten den „Psychedelic Rock’n’Roll“ der Balkun Brothers auch in diesem Jahr zum größten Highlight des Abends.

Die Saitenhengste

Ein Highlight light sozusagen bot Henrik Freischlader, der ein wirklich netter Typ ist und ebenso gut singen wie E-Gitarre spielen kann. Allerdings fiel seine Performance auf dem B&W Rhythm’n’Blues Festival 2016 eher medioker aus. Beim Henrik Freischlader Trio ließ die musikalische Spannung, insbesondere bei den teils endlosen Soli, einfach etwas zu stark nach. Ähnliches gilt übrigens auch für Jesper Munk, dem Opener und Youngster des Abends. Der 24-Jährige besitzt eine wirklich tolle Stimme und bedient seine Gitarre unglaublich virtuos und ausgeschlafen. Doch das nützt nur wenig, wenn das Songmaterial insgesamt nicht wirklich zündet, einfach zu wenig Abwechslung bietet. Gleichwohl bleibt Jesper Munk als Supertalent des modernen Blues auch weiterhin ein spannendes Versprechen für eine goldige Zukunft.

Eine Frage der Ehre

Darüber hinaus gab es zwei Dinge, die im Publikum durchaus diskutiert wurden und über die man bei B&W gelegentlich nachdenken sollte: 1.) Ist Werner Schulze-Erdel wirklich der richtige Mann für die Moderation zwischen den Umbauten auf der Bühne? 2.) Muss ein Rhythm’n’Blues-Festival, das eine derart noble Marke wie Bowers & Wilkins im Namen trägt, nicht auch einen ordentlichen Live-Sound bieten? – Während die Antwort zu 1.) ein wohlwollendes „ja, warum denn nicht“ sein darf, gibt 2.) wirklich Anlass zum Nachdenken. Denn der Live-Sound im Gerry Weber Event Center war in diesem Jahr nochmals lauter (und damit eindeutig zu laut!) und leider auch indifferenter, dröhniger als noch in den Jahren zuvor. Die installierte P.A. und der F.O.H.-Sound sind absolut nicht mehr zeitgemäß. Hier sollte das Gerry Weber Event Center dringend und gründlich nachbessern. Und wenn man dann schon dabei ist, darf auch die parallele Videoübertragung gern „lippensynchron“ ausfallen …

Süßes Versprechen

Aber nix für ungut: Auch das B&W Rhythm’n’Blues Festival 2016 hat insgesamt wieder mächtig Spaß gemacht – und erstmals waren auch Süßigkeiten zum Mitternachtskaffee erhältlich. Die Richtung stimmt also.

 

www.bw-blues-festival.de

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