Jazzorchester Vorarlberg – Morphing

 

Jazzorchester Vorarlberg

Jazzorchester Vorarlberg – Morphing
CD/JazzWerkstatt Records, Laub Records

Musikalische Grenzüberschreitungen sind ja oft nur eine billige Ausrede für Profillosigkeit. Es reicht manchmal eben nicht für guten Jazz, nicht für kräftigen Rock, nicht für intelligenten Pop, es ist nur dies und das, von allem ein bisschen, ein wässeriges Gemisch … Nein, danke! Wenn schon Grenzüberschreitung und Stilfusion, dann bitte so wie hier: alle Zeiger auf Anschlag, alle Zutaten unverwässert, stets voll aufs Ganze! Auf dem Album „Morphing“ verbündet sich das Jazzorchester Vorarlberg mit dem Komponisten und Elektroniker Clemens Wenger in einer „elektroakustischen Suite“. Insistierende Bigband-Stakkati, donnernde Elektronik, kräftige Rock-Funk-Grooves: Es geht hier ineinander, übereinander, gegeneinander – nach dem Motto von Marc Aurel: „Die Welt ist Verwandlung.“ Auch die improvisierten Jazzsoli sind nicht einfach nur eingestreute Episoden, sondern explodierende musikalische Höhepunkte, rückhaltlos, wild und klangdurstig, ob an der Slide-Trompete, an Hammondorgel und Fender Rhodes, am E-Bass oder am Altsaxofon. Nein, hier wird es keinen Augenblick langweilig, eher bleibt einem als Hörer der Atem weg: Überraschend wechseln die Stile, spannende, neutönerische Bläserfarben scheinen auf, auch eine Spoken-Poetry-Einlage gibt es. Auf jeden Fall lauscht man gebannt und pumpt Adrenalin. Das, genau das, heißt Grenzüberschreitung: fesselndes Abenteuer, heftig und voller Mut, das Beste aus allen Welten!

 

Dieser Beitrag erschien ursprünglich in FIDELITY Nr. 15 (5/2014)

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