PopStop – Das Musikradio mit Frank Laufenberg

 

Wer die Berieselung durch die Formatradiosender leid ist‚ hat hier nun endlich eine Anlaufstelle!

Wir schreiben das Jahr 2013. Ganz Deutschland ist von gleichgetakteten Formatradiosendern besetzt. Ganz Deutschland? – Nein! Die unbeugsamen Moderatoren einer kleinen Radiostation namens „PopStop – Das Musikradio“ kümmern sich einen feuchten Kehricht um das sogenannte Formatradio, das von Menschen ohne Sachkenntnis und Liebe zur Musik gemacht wird. Nein, es ist nicht leicht für die „PopStopper“, denn sie sind von riesigen UKW-, DAB- und Spinner-Radios umzingelt. Doch die unbeugsamen Moderatoren und ihre Freunde sind ausgezogen der Welt zu beweisen, dass Radio auch heute noch Spaß machen kann – und deutlich mehr ist, als im Fünf-Minuten-Takt den Stationsnamen hinauszuposaunen.

 

Ein kurzer Rückblick

Am 29. Oktober 1923 feiert das Radio seine Geburt. Aus dem Dachgeschoss des Vox-Hauses in der Potsdamer Straße 4 in Berlin erklingt um 20 Uhr erstmals eine Radiosendung über den Äther. Friedrich Georg Knöpfke, seines Zeichens Direktor der Berliner Funkstunde, hält die Eröffnungsansprache: „Achtung! Achtung! Hier ist die Sendestelle Berlin im Vox-Haus auf Welle 400 Meter. Meine Damen und Herren, wir machen ihnen davon Mitteilung, dass am heutigen Tage der Unterhaltungsrundfunkdienst mit Verbreitung von Musikaufführungen auf drahtlos-telefonischem Wege beginnt. Die Benutzung ist genehmigungspflichtig.“ Es folgt eine etwa einstündige Sendung mit Schallplatten und Live-Musik. Erster Programmpunkt: ein Andantino von Fritz Kreisler für Cello und Klavier. Dann die Absage: „Wir wünschen Ihnen eine gute Nacht. Vergessen Sie bitte nicht, die Antenne zu erden!“

Die Sendestelle Berlin sendet auf der Wellenlänge 400 m, entsprechend einer Frequenz von 750 kHz. Die Sendeausgangsleistung beträgt 1 kW. Industriell gefertigte Empfangsgeräte gibt es zu dieser Zeit noch nicht, und so werden nur wenige Radioamateure und Bastler Ohrenzeugen dieser ersten Sendung; geschätzt sind es wohl kaum mehr als etwa 200 Personen. Die allerdings freuen sich – und es ärgern sich die Plattenproduzenten. Sie sind der Meinung, dass das Radio den Absatz ihrer Platten gefährden wird. Zu diesem Zeitpunkt haben sie das Medium Radio noch nicht als kostenlosen Werbeträger für ihre Produkte erkannt.

Zwei Tage später meldet sich der erste Gebührenzahler bei der Post. Die Anmeldung ist teuer: 350 Milliarden Reichsmark – inflationsbedingt. Am 1. Januar 1924 sind exakt 1508 Radiogeräte angemeldet. Zwei Jahre später, Anfang 1926, sind es schon über eine Million. 1927 gibt es weltweit bereits 700 Radiostationen. Das Vox-Haus, in dem das Radio geboren wurde, dient heute übrigens als Altbaustudio der Universität der Künste Berlin.

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Qualitätsradio lebt

Auf den Tag genau zum 90. Geburtstag des Radios in Deutschland geht mit „PopStop – Das Musikradio“ eines der spannendsten Radioprojekte der letzten Jahre auf Sendung: Am 29. Oktober 2013 heißt es um 20 Uhr „Mikro auf“ für die erste moderierte Sendung von Radio- und Fernsehlegende Frank Laufenberg, Initiator und Anchorman des neuen Senders. Laufenberg gilt als Erfinder redaktioneller Musikshows im Hörfunk und ist Verfasser zahlreicher Fachbücher, darunter beispielsweise das dreibändige Hit-Lexikon des Rock & Pop und das Tagebuch der Rock & Pop-Musik. Er war Mitgründer der legendären Sendung Pop Shop beim Südwestfunk, aus dem später mit SWR 3 Deutschlands erfolgreichster Hörfunksender entstand. Laufenberg moderierte den SWF3 Radioclub und war Mann der ersten Stunde der Fernsehreihe Ohne Filter – Musik Pur des Südwestfunks. Weitere Stationen waren der WWF Club des WDR Fernsehens mit 400 Sendungen und Bei Anruf Pop auf RPR1, um nur einige wenige zu nennen. Sein Ziel: „Wir wollen mit PopStop unsere Hörer mit lange nicht mehr im Radio gehörten Titeln und spannenden Geschichten rund um die Musik unterhalten.“

 

Im Mittelpunkt der Sendungen steht die Geschichte der Pop- und Rock-Musik. Täglich erwarten den Hörer neue Specials, Interviews, Features und Songs, die er in dieser Form bislang kaum erlebt haben dürfte. Regelmäßig stehen auch Live-Sendungen auf dem Sendeplan – besonders dann, wenn es über außergewöhnliche Ereignisse aus der Musikszene zu berichten gilt, etwa Jahres- oder Erinnerungstage, Konzertevents, CD-Veröffentlichungen, Todesfälle oder Thementage. Anders als die meisten Sender kann PopStop bei speziellen Anlässen das Programm spontan umstellen und beliebig lange berichten. PopStop ist kein Oldie-Sender. Die Spanne der Musik reicht von den 60er Jahren bis hin zu Neuveröffentlichungen von heute. Im Musikpool finden sich ausschließlich Perlen der Musikgeschichte. Kurzum: PopStop sendet Musiktitel mit Format – ohne „formatierte“ Musikzusammenstellung. Im Mittelpunkt von PopStop stehen die Shows der Moderatoren mit Geschichten zur Musik aus erster Hand und einer persönlichen, eben nicht formatgetriggerten Musikauswahl. Hinzu kommt die Feature-Serie Facts & Platten, mit der Frank Laufenberg bereits zu Pop-Shop-Zeiten ein großes Publikum begeisterte. Diese Sendereihe porträtiert prominente Künstler und Bands ausführlich und authentisch.

 

Am Mikrofon: Legenden

Den großen Unterschied zu anderen Musikradios machen bei PopStop die Moderatoren: Zum Team um Frank Laufenberg gehören etliche Radiolegenden sowie hochkarätige Persönlichkeiten aus dem Musikgeschäft; insgesamt sind rund 20 Moderatoren tätig. Bereits mit an Bord der Moderatorenmannschaft sind etwa Manfred Sexauer († 20.06.2014, SR 1 Europawelle, Musikladen Radio Bremen), Benny Schnier (BR3, diverse Münchner Lokalsender), Dave Colman (WDR), Thomas Brockmann (SWR), Heinz Canibol (Musikmanager), Gusty Hufschmid (diverse Privatsender) – plus Gerd Leienbach, Erfinder zahlreicher Comedys bei SWF3. Der Sender will musikaffine Personen jeden Alters begeistern, die vom Radio mehr erwarten als Hit-Gedudel und banale Titelansagen.

 

PopStop versteht sich als echtes, gehaltvolles Musikradio, das sich in seinen Sendungen allen Perioden des Pop und Rock widmen will. So steht ein Beitrag über die Geschichte des berühmten Labels Chess Records auf dem Sendeplan; aber auch Specials über Van Morrison und Toto bis hin zu großen zehnteiligen Features – etwa über Fleetwood Mac – sind zu erwarten.

 

Seit Mitte Januar läuft bei PopStop ein Zehnteiler über die Rolling Stones. Frank Laufenberg zeigt in kurzweiligen, mit Musik und Informationen gespickten einstündigen Sendungen die Entwicklung dieser einzigartigen Band auf. Hier kommt beispielsweise der unvergessene Alexis Corner zu Wort, außerdem werden zwei wichtige Fragen geklärt: Stammt der Bandname wirklich von der Zeile „I’m a rollin’ stone“ aus Muddy Waters’ knallhartem Blues „Mannish Boy“ von 1956? Oder gibt es vielleicht noch einen ganz anderen Hintergrund? Ab wann spricht man eigentlich von den Stones? Wann fand gewissermaßen der Urknall der Band statt? Es geht um den Werdegang einer Band, der vor 50 Jahren begann und noch längst nicht beendet ist. Die erste Folge der Geschichte der Rolling Stones startete auf PopStop am 15. Januar 2014 um 19 Uhr, die weiteren Sendungen sind ebenfalls mittwochs um 19 Uhr zu hören.

 

www.popstop.eu

 

Bilder: Frank Laufenberg, Universal Music

Dieser Beitrag erschien ursprünglich in FIDELTIY Nr. 12 (2/2014)

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