Flux HiFi Flux Sonic – elektrischer Nadelreiniger

 

Tanze Samba mit mir!

Saubere Schallplatten sind die Grundvoraussetzung für analogen Genuss. Darauf können sich alle Plattenliebhaber einigen, auch wenn es Wege zur reinen Platte viele gibt. Manche beinhalten kostspielige Waschmaschinen, andere brauchen nur ein Baumwoll- oder Microfasertuch. Auch bei den Reinigungsflüssigkeiten reicht die Spannweite von selbst gemixten Spezialtinkturen bis zu Fluid aus der HiFi-Apotheke, das kostspieliger ist als 18 Jahre gelagerter Single Malt Whisky.

Aber – und jetzt müssen wir alle einmal tief durchatmen – eine saubere Platte verbessert nicht den Klang einer Kette. Es ist nur eine saubere Schallplatte. Eine von tausenden, die im Laufe der Zeit vom selben Tonabnehmer abgetastet werden. Wäre es da nicht eine bessere Idee, diesen Tonabnehmer, insbesondere ganz vorne an der Nadelspitze, sauber zu halten? Immerhin würden davon alle Platten profitieren und damit auch der Klang der Anlage insgesamt besser werden, nicht wahr?

Hörbare Verzerrungen durch unsaubere Abtastnadeln sind ein uns allen geläufiges Ärgernis. Wenn es auftritt, ist es eigentlich schon zu spät, dann klebt im Allgemeinen bereits so viel Schmutz an der Nadel, dass ein einfacher Pinsel oder auch eine borstige Bürste chancenlos sind. Wir alle kennen die verstörenden Aufnahmen dick und klebrig verschmutzter Systeme, die uns Plattenhörern ein schlechtes Gewissen machen wollen, ähnlich den schrecklichen Abbildungen, die sich neuerdings auf Zigarettenschachteln finden. Aber leider ist da was dran: Die Kontaktfläche des Diamanten mit der Rille ist extrem klein, thermisch festgebackene Verschmutzungen von Trennmitteln, Nikotin, Feinstaub, Reinigungsmittelrückständen etcetera, wirken dämpfend und verschleiern Feinauflösung wie Dynamik. Die Information aus der Rille kann nicht mehr exakt ausgelesen werden. Vielleicht kann man das mit einem Blinden vergleichen, der versucht mit wollenen Handschuhen einen Roman zu lesen – dabei gehen ebenfalls feine literarische Anspielungen verloren. Blinde können sich immerhin das Hörbuch zulegen, aber was sollen wir Plattenhörer tun? Etwa CDs kaufen? Gott bewahre! Wäre es nicht toll, gäbe es ein kleines Zubehörteilchen, meinethalben auch ein teures, das die Nadel zuverlässig und schonend sauber hält?

Erinnern wir uns an die ausgehenden Siebziger bzw. frühen Achtziger, damals gab es kleine Rüttelplättchen für Tonabnehmer – von Audio Technica beispielsweise –, die mit recht hoher Frequenz schwangen. Sie waren zwar nicht ausgesprochen schonend in ihrer Wirkungsweise, das war aber nicht der Grund ihres Verschwindens, sondern der allgemein rückläufige Markt für Vinyl. Jener wiederum hat sich in den letzten Jahren erholt und wächst sogar langsam, analog dazu wächst auch die Nachfrage nach sinnvollem Zubehör. Also hat der deutsche Hersteller Flux HiFi den vibrierenden Nadelreiniger wieder auferstehen lassen, und ihn in einigen Punkten sogar verbessert. Der Flux Sonic schwingt im Vergleich zum Abtastvorgang mit geringer Amplitude, Sorgen über zu starke mechanische Belastung der Nadel während des kurzen Tänzchens auf einem Pad aus dichten Polyamid-Fasern sind somit gegenstandslos. Außerdem wurde auch die Frequenz mit der das Pad vibriert herabgesetzt. Bei etwas mehr als 200 Hertz entfalten die dichten Borsten die stärkste Kapillarwirkung, heißt es dazu vom Hersteller. Jene ziehend reinigende Kraft soll durch einen Tropfen Reinigungsflüssigkeit auf Isopropanol-Basis noch unterstützt werden; ein kleines Fläschchen liegt mit im aufwendig gestalteten Karton.

In der Praxis funktioniert der Flux Sonic – ein gerüttelt Maß an Umsicht vorausgesetzt – ganz hervorragend. Eine helle LED beleuchtet das Reinigungspad, in das die Nadel gesenkt wird, nachdem man es mit einem Tropfen Reinigungsflüssigkeit benetzt hat. Dann legt das System einen circa 15-sekündigen, mit bloßem Auge kaum wahrnehmbaren Samba aufs borstige Parkett und blitzt danach auch unter dem Mikroskop wie neu. Und selbstverständlich klingt jede Platte mit einer sauberen Nadel abgespielt besser, auch wenn man mit Vorsicht und Geduld auch auf anderen Wegen zu einem vergleichbaren Ergebnis kommen kann. In der Handhabung ist der Flux Sonic traumhaft einfach, sicher und darüber hinaus sehr nadelschonend. Angesichts des haptischen Eindrucks erscheint der Preis für den Flux Sonic relativ hoch, andererseits kann man sein Tonabnehmersystem endlich angstfrei und gründlich reinigen. Das ist auch etwas wert.

 

Info

Flux HiFi, Flux Sonic – elektrischer Nadelreiniger, Preis: 149 Euro

www.flux-hifi.de

Die angezeigten Preise sind gültig zum Zeitpunkt der Evaluierung. Abweichungen hierzu sind möglich.
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