Jarre Technologies AeroBull HD – Who Let The Dogs Out?

Der AeroBull von Jarre Technologies im Praxistest

Bereits 2014 tauchte der AeroBull plötzlich auf und eroberte die Herzen musikliebender Hunde- und Designfreunde im Sturm. Kenner behaupten, es handele sich beim AeroBull um eine gelungene französisch-chinesische Kooperation unter der Schirmherrschaft von Jean-Michel Jarre. Dem musikalischen Multitalent und Pionier der elektronischen Musik („Oxygène“) kann eine Vorliebe zu schicken Schallwandlern aller Art nicht abgesprochen werden; daher passt der markante AeroBull – nur echt mit cooler Sonnenbrille – perfekt zu Jarre Technologies. Die Firma hat noch ganz andere Schädelvariationen im Portfolio, die einerseits als Bluetooth-Lautsprecher, andererseits als Gesprächsanstoß dienen. Nun aber ein genauerer Blick auf das bullige House-Tier.

Herkunft und Geschichtliches

Vereinzelte Vermutungen, es handele sich beim AeroBull um einen modernen Nachfahren von Nipper, dem berühmten Grammophon lauschenden Terriermischling, können wir nicht bestätigen. Denn Nipper lauschte der Stimme seines Herrn („His Master’s Voice“), AeroBull hingegen besitzt eine eigene, kräftige Stimme und singt lieber selbst. In Stereo.

Hege, Pflege, Fütterung

Um sich gebührend in Szene zu setzen, braucht AeroBull keinerlei Auslauf, aber unbedingt ein prominentes Plätzchen. Für rundum gute Laune sorgt die erfreulich gehorsame Französische Bulldogge schon durch ihre Anwesenheit. Lässig sitzend, dabei ein Hinterlauf unter den Bauch geschoben, ist das Tierchen immerhin 64 Zentimeter hoch und wirkt dabei ganz entspannt. Nicht zuletzt dank riesiger Sonnenbrille und entspannten Gesichtszügen ist der AeroBull ein ansehnliches Designerstück. Vermutlich fällt er in die FCI-Gruppe 9 (Gesellschafts- und Begleithunde), zumindest weiß er sich höchst anständig zu benehmen und ist äußerst pflegeleicht. Für hörbare Zufriedenheit sorgt bereits eine Bluetooth-Musikquelle. Wer’s handfester mag: Wahlweise balanciert AeroBull auch ein iPhone geschickt auf seiner Stirn (in einem versenkten Dock) oder lässt sich an eine externe Musikquelle, etwa einen CD-Player o.ä. anleinen.

Erstes Kennenlernen

Gefallen findet auch Redaktions-Boxerdame Wilma am neuen hochglanzroten Spielkameraden. Zunächst noch mucksmäuschenstill, wird AeroBull zunächst vorsichtig beschnuppert – was sich prompt ändert, als dieser auf Knopfdruck plötzlich die ersten Laute von sich gibt. „Device is on!“ ertönt es mächtig aus der Skulptur. Nicht nur Wilma ist beeindruckt. Kaum Interesse zeigt sie hingegen an der originellen Fernbedienung des AeroBull: ein „Knochen“ mit beleuchteten Tasten. Lieber genießen wir alle den erstaunlich voluminösen Klang des knallroten Hundes, den es übrigens auch in Hochglanzweiß oder Mattschwarz (und ab August 2016 als extraschicke, extrateure „Limited Edition“ auch in edlem Mattgrau) gibt.
Als optische Rückmeldungen der Betriebsamkeit dient eine LED mitten auf der Stirn sowie eine blau leuchtende Tatze. Das sieht ein bisschen so aus, als hätte AeroBull ein winziges UFO im Anflug erwischt und hält dieses nun unter seiner rechten Tatze in Schach. Solange noch kein Bluetooth-Signal empfangen wird, pulst das UFO-Blau – faszinierend!

Meldepflicht

Die einzige Leine, die AeroBull wirklich nötig hat, ist ein zartes Stromkabel, das vom bemerkenswert profan gestylten Netzteil zu ihm führt. Ästheten werden wohl eine „unsichtbare“ Verlegung anstreben und das robuste Hündchen dann nicht mehr von der Stelle bewegen.

Spiel, Sport und Spaß

Zum standesgemäßen Soundtest füttern wir den AeroBull mit „Hound Dog“ von Elvis, „Sitting At The Dock Of The Bay“ von Otis Redding und „Who Let The Dogs Out?“ – und schon läuft die Party. Doch der Designer-Bello mag auch anspruchsvolles Musikprogramm, etwa klassischen Jazz, zeitgemäßen R&B oder sogar Klassik. Und wenn es nicht gerade das ganz große Beethoven-Werk in vollem Stereopanorama sein muss, dann beherrscht der coole Hund auch das seriöse Programm, bringt Klavier- und Kammermusik angenehm sonor ans Ohr, stellt Oscar Peterson und Ella Fitzgerald sauber und leichtfüßig swingend in den Raum. Selbst für tieftonstarke Ausflüge in EDM, Pop oder sogar Reggae ist der AeroBull zu haben, liefert tapfer stabilen Tiefton ans Ohr. Nur mit einem hinterrücks eingefädelten Dubstep-Überfall bringen wir den integrierten Subwoofer kurzzeitig zum Husten, doch bereits ein kurzer Wink mit dem Fernbedienungsknochen („Vol. down“!) bringt den wunderbaren AeroBull wieder zum Singen.
Wir merken uns: Ein Hund, der so derart wohlklingend bellt, beißt nicht – der will nur Spielen, pausenlos! Der AeroBull will auch keine große klassische HiFi-Anlage komplett ersetzen, sondern viel lieber begleiten. Denn wie schon vermutet, gehört AeroBull tatsächlich zu den Gesellschafts- und Begleithunden. Ein ausgesucht schönes, folgsames und pflegeleichtes Exemplar, gleichermaßen ideal für Design- und Soundfans.

 

Jarre Technologies AeroBull HD

Funktionsprinzip: Vollaktivlautsprecher
Bestückung: zwei Breitbandlautsprecher (hinter der „Sonnenbrille“), Subwoofer (im „Rücken“)
Integrierte Verstärker: 2 x 30 W + 60 Watt
Preis: 1500 €

 

www.jarre.com

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