Die HIGH END München ist ein Feuerwerk von Neuheiten. Auch wir hatten (wie jedes Jahr) wieder eine Überraschung mit dabei. Auf vielfachen Leserwunsch haben wir einen Tag vor der HIGH END unser neues Portal www.fidelity-magazine.com geöffnet. Dort können unsere Leser ab sofort die internationale Ausgabe der FIDELITY weltweit und kostenfrei herunterladen. FIDELITY international wird zunächst vier Mal pro Jahr erscheinen. Wir arbeiten aber bereits daran, diesen Turnus zu verkürzen. Ein weiteres Highlight für FIDELITY Leser war unsere diesjährige Messeberichterstattung auf unseren Social-Media-Kanälen. Unterstützt wurden wir dabei vom Social Media Team von www.leinhaeuser.com. Eine große Zahl junger Online-Redakteure lieferte dabei auf erfrischend unvoreingenommene Art und Weise Posts und Tweets am laufenden Band. Insgesamt wurden 185 Posts auf Facebook und 111 Tweets auf Twitter abgesetzt. Damit hat FIDELITY in nur vier Tagen Messe über seine Social-Media -Kanäle allein 68.435 (!) Personen organisch erreicht. Eine immense Reichweite, die unsere Print-geprägte Marke neben den rund 45.000 Online-Lesern monatlich endgültig in neue Sphären der Webreichweiten gehoben hat. Danke an all unsere Leser im Print-, Online- und Social-Media -Bereich.
Ich möchte mich an dieser Stelle auch bei allen 23 Personen von FIDELITY und Leinhäuser Language Services bedanken, die diese Messe einzigartig gemacht haben und freue mich schon jetzt auf das nächste Jahr.

Ihr Ingo Schulz
Herausgeber

 

High End München 2016 – Fideler Nachwuchs, monströse Schallwandler, köstliches Streaming

Die wichtigsten Trends der Messe waren schon vor der HighEnd 2016 gesetzt: einerseits klassisches schweres Equipment, andererseits bequeme Streaming-Komponenten.

Die wichtigsten Trends der Messe waren schon vor der HighEnd 2016 gesetzt: einerseits klassisches schweres Equipment, andererseits bequeme Streaming-Komponenten. Bereits das Befüllen des FIDELITY-Kühlschranks entsprach den Ansagen: Das Gastro-Teil war einerseits unerschütterlich wie eine klassische Tonbandmaschine, verfügte andererseits über enorme Speicherkapazitäten, die selbst große Festplatten neidisch machen müssten. Der Profi-Kühlschrank verknüpfte auf ganz handfeste Weise „Heavy Duty Equipment“ mit „Gapless Streaming“ (für durstige Kehlen). Ein optimaler Einstieg für die erkärtermaßen international ausgerichtete Messe.
Passenderweise feierte FIDELITY auf der HighEnd 2016 die Premiere seiner ersten internationalen Ausgabe: FIDELITY international ist für Bildschirme optimiert und – nicht nur unserer Meinung nach – das beste aller internationalen HiFi-Magazine. Und es ist kostenlos. Überzeugen Sie sich auf www.fidelity-magazine.com doch einfach selbst davon.
Im besten Sinne international ausgerichtet war auch das Team von unserem Partner Leinhäuser Language Services. Insgesamt rund ein Dutzend junger Leute aus aller Welt strömten neugierig über die Messe und sorgten in den sozialen Medien (facebook, twitter) für ständig neue Einblicke von der HighEnd 2016. Die Besucherzahlen auf der ohnehin schon erfolgreichen FIDELITY-Website schossen daraufhin nochmals deutlich in die Höhe.
Das hätte der Messe-Veranstalter über die Besucherzahlen wohl auch gern berichtet, musste sich aber insgesamt mit dem Niveau des Vorjahres, also rund 20000 Besuchern zufrieden geben. Ein leichter Rückgang des „normalen“ Publikums wurde durch erhöhtes Aufkommen von Fachbesuchern nahezu ausgeglichen, wobei das fantastische Wetter über alle vier Messetage hinweg so manchen potenziellen Besucher aus der Region eher zu einem Ausflug animiert haben wird. Diejenigen, die es trotz Biergartenwetter auf die HighEnd schafften, konnten sich an einer schier unüberschaubaren Auswahl an feinen, feinsten und allerfeinsten Gerätschaften bei deutlich über 500 Ausstellern erfreuen. Oder schocken lassen: So setzte Burmester mit einem neuen Flaggschiff-Schallwandler namens C500 Concept ein in jeder Hinsicht massives Ausrufezeichen. Die Zahl im Gerätekürzel weist übrigens auch auf das Kampfgewicht der Sound-Immobilie hin. Die leicht schräge Folierung und die nicht entfernten Schwerlasthaken der beiden Halbtonner durften allerdings als Hinweis verstanden werden, dass es sich noch nicht um die endgültige Ausführung handelte. Technisch versucht die 500er den Spagat von Profi-Beschallung (zwei 38-Zentimeter-Bässe pro Seite in einem um 90° drehbaren Bassmodul) und High-End-Klangoase für Wohnpalast oder Winterresidenz. Passenderweise fertigt die KPM (Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin) spezielle, sündteure Doppelwand-Bassreflexrohre aus Porzellan, von denen Burmester nicht weniger als vier Stück pro Bassmodul verbaut. In München war übrigens auch schon der designierte neue Burmester-CEO Andreas Henke vor Ort und nahm das ganze Bohei um die C500 locker und charmant. Ich bin sicher, dass der ehemalige Marketingleiter von Porsche dem Vorzeige-High-End-Unternehmen sehr gut tun wird – auch schon vor seinem offiziellen Amtsantritt im Januar 2017.


Selbstverständlich gab es auf der Messe noch ganz andere Großtaten als „nur“ die großen Burmester-Säulen zu bestaunen. Ein Besuch bei Silbatone ist diesbezüglich immer wieder eine angenehme Pflicht. Abgesehen von den jeweils aktuellen Röhrenverstärkern des Hauses, die man unter dem selbstbewussten Motto „We make audio systems for billionaires“ den geneigten Milliardären feilbietet, wurden in diesem Jahr Raritäten aus der absoluten Frühzeit der Röhrenära verköstigt: Hundertjährige Glaskolben mit winziger Leistung durften sich an einem raumgreifenden Hornsystem von Western Electric austoben. Und auch diesmal klang es bei Silbatone wieder mitreißend und historisch. Was man von der Harman Luxury Group nicht unbedingt behaupten konnte. Statt einer leidlich mittelmäßigen Performance von JBL Everest DD66000 an Mark-Levinson-Elektronik bestaunte ich lieber das Innenleben der neuen Verstärkerlinie, das mir Sun-Audio-Experte Philip Krauspenhaar nahebrachte.
Absolut neuzeitlich wiederum ging es bei Dynaudio zu, obwohl mich eigentlich ein monströses Lego-Modell im Atrium anlockte. Doch Kollege Helmut Hack war wieder einmal schneller gewesen, wie in seinem Messebericht nachzulesen ist. Sehr überzeugend spielte übrigens auch eine Dynaudio Consequence bei Bittner Audio, angesteuert von der bärenstarken Röhrenendstufe TonMeister 500 (ausführlicher Test in FIDELITY 25). Bei in-akustik wurde die neue, bildschöne Master Line Source 2 gezeigt, allerdings nur hinter Glas. Audiovector verblüffte mit einem kleinen, quietschfidelen Modell, während bei Canton eine echte Live-Performance für gute Laune sorgte. Aus guten Gründen setzte Canton allerdings nicht seine High-End-Lautsprecher auch als Edel-PA ein – viel zu gefährlich. Der Hintergrund des Live-Gigs: The Emma Project hat den hausinternen Musikwettbewerb gewonnen, das Trio wird von Canton gesponsert und bewies auf der High End großes Gespür für Melodien und rhythmische Varianz, was einen Live-Besuch ausdrücklich nahelegt. Ebenso interessant wir konsequent war die Steuerung der kleinen PA über ein iPad, das der zuständige Mischpultartist direkt aus dem Publikum heraus bediente. So klang der Powerpop à la Coldplay nach ein bisschen Feinjustage sehr ordentlich und griffig, insgesamt entpuppte sich der kleine Gig von The Emma Project im „Club Canton“ als großes Vergnügen!
Wem das dann doch zu laut (oder vielleicht auch zu dynamisch?) war, begab sich beispielsweise zur neu eingerichteten „Hörbar“, um die gewünschte Lautstärke ganz individuell einzustellen. Dort konnte man häufiger auf junge Leute treffen, die das Thema Kopfhörer als High-End-Einstiegsthema für sich entdeckt haben. Der bessere Musikgenuss scheint für den fidelen Nachwuchs – das ergab eine nicht unbedingt repräsentative Umfrage unter den FIDELITY-Youngsters – entweder über eine bessere Schallmütze, wahlweise auch über ein Multiroom-System zu laufen. Hauptsache, die Lieblingsmusik ist jederzeit und superbequem in alle Lebenslagen verfügbar. Dabei verzichten die „Digital Natives“ durchweg auf den Einsatz der guten alten CD. Man greift lieber gleich zu körperlosen Streaming-Diensten (etwa Spotify Premium, aber noch lieber Qobuz oder Tidal in der jeweils besten Qualität – so ist’s brav!) oder aber zum umständlichen, aber coolen Vinyl. Und sobald die schwarzen Scheiben ins Spiel kommt, dürfen diese beim Abspielen auch gleich in ein digitales High-Res-Format gewandelt werden.
Passende Plattenspieler wurden bereits für wenige hundert Euro gezeigt, doch ob ein solcher A/D-Plattendreher mit USB-Ausgang tatsächlich die volle Klangqualität der Schallplatte ausschöpft, darf ernsthaft bezweifelt werden. Apropos Zweifel: Für eine Mischung aus Amüsement, Aufsehen und Stirnrunzeln sorgte ein neuer Vertikalspieler aus dem Hause Pro-Ject, der eigentlich nur direkt an der Wand montiert eine gute Figur macht und dort überhaupt Sinn ergibt. Dekorativ oder provokativ auf einem Regal aufgestellt, benötigt der Senkrechtstarter nämlich fast genauso viel Stellfläche wie ein klassischer Dreher. Dann doch lieber zu einem bewährten Modell greifen, das Schallplatten ordnungsgemäß horizontal abspielt. Davon hatte der weltgrößte Plattenspielerhersteller Pro-Ject, der ganz nebenbei sein 25-jähriges Firmenjubiläum feierte, ebenfalls ein paar schöne Ausstellungsstücke parat. Das neue Modell „The Classic“ sieht dabei einer bekannten schottischen Plattenspielerlegende dermaßen ähnlich, dass sich der gelernte Linnatic erst einmal verwundert die Augen reibt und dann das Preisschild gewissenhaft studiert: Für glatte 1000 Euro gibt’s einen Sondek LP12 höchstens als Wrack, Pro-Ject hingegen bietet zu diesem Kurs ein nagelneues Subchassis-Laufwerk mit dem auch von Linn verwendeten Carbon-Tonarm, und ein Ortofon 2M Silver ist auch schon montiert.


Am anderen Seite der Analogskala tobte sich beispielsweise ToneTool mit dem Sprocket aus. Das Laufwerk erinnert optisch entfernt an einen Neunzylinder-Sternmotor aus dem Flugzeugbau – bei ganz ähnlichem Gewicht. Darauf montiert war ein irrwitzig aufwendiger Tangential-Tonarm von Rainer Horstmann (AVDesignHaus), der nicht nur ausgefuchste Lasertechnik und allerfeinste Schrittmotoren umfasst, sondern auch eine App-Steuerung – endlich ein Tonarm fürs Tablet oder was? Allzu große Verbreitung ist jedoch kaum zu erwarten: Beide Analog-Delikatessen sind im sechsstelligen Preisbereich verankert. Die neuen – und nur relativ kleinen – Trapezium-Laufwerke von ToneTool mit eingerechnet, standen hier locker eine Viertelmillion Analog-Euro auf dem Stand, den man sich mit EternalArts und Live Act Audio teilte. Dort zeigte Bandmaschinen-Fan Dr. Schwäbe die EternalArts „Universal Tape Stage“, ein schnuckeliges Universal-Werkzeug für alle Analogbandfreunde mit zwei wunderschönen Aussteuerungsanzeigen. Hinter der geschlossenen Türe wiederum sorgten neue und kleinere Modelle von Live Act Audio für ordentlich Dampf in der Kabine – wobei eigentlich „noch viel mehr geht“, so Vorführer Dieter Molitor, der mich prompt zum nächsten Besuch in den „heiligen Hallen“ von Live Act Audio einlud, um jeden Zweifel auszuräumen. Praktischerweise hatte ich das ohnehin schon eingeplant.
Ziemlich souverän gingen zwei völlig unterschiedliche Aussteller mit der durchaus verwegenen Akustik der Messekabinen um: Bang & Olufsen schickte sein Flagschiff Beolab 90 mitsamt „B&O-Tonmeister“ Geoff Martin nach München und ließ zeitgleich nur drei (!) Besucher im spartanisch eingerichteten Ausstellungs-Container nach Belieben schalten und walten. Diese konnten dann für jeweils zehn Minuten neuzeitlichen High-End-Sound aus zwei Klangskulpturen genießen. Lyravox aus Hamburg zeigte hingegen, dass auch schon die kleinere der monolithischen Soundsysteme an der Wand nicht nur edel ausschaut, sondern auch wirklich gut klingt. Überhaupt gab es eine ganze Reihe von Komplettanlagen zu entdecken, einige davon waren sogar um einen integrierten Plattenspieler herumgebaut. Zwei der allerschönsten Kompaktlinge (ohne Plattenspieler) gab es bei WOD zu sehen. Einerseits vom unermüdlichen iFi-Team, das auch den superben Kopfhörerverstärker Pro iCan präsentierte, andererseits von Auris, wobei die separaten superkompakten Lautsprecher unverkennbar die gestalterische Handschrift von Sven Boenicke tragen. Andere Augenbonbons bei WOD waren sowohl der neue Plattenspieler von Bergmann namens Gander, dessen Pumpe sowohl Plattenteller als auch Tangentialarm über rückwärtige Ventilanschlüsse perfekt mit Unter- bzw. Überdruck versorgen soll, als auch besonders schicke Lautsprecher von Rosso Fiorentino, unter anderem mit Blattgold zur optischen Auflockerung.
Schick hin oder her. Leider war es auch bei Lyravox noch viel zu früh für ein leckeres Feierabend-Flensburger, denn einen echten Feierabend kenne ich zu HighEnd-Zeiten gar nicht. Diverse Abendveranstaltungen galt es noch zu absolvieren, von geselligen Fachsimpeleien bei den HiFi-Sommeliers von Unison Research/Opera über geballte US-Power von Audio Components (u.a. Wilson Audio, Pass Labs, McIntosh, MartinLogan) im einzigartigen High-End-Tempel MySound bis hin zur hochoffiziellen Premierenfeier von Soulution. Die Schweizer stellten an einer exklusiven Location – fantastischer München-Überblick bis in die Alpen hinein – ihren neuen kleinen Vollverstärker 330 vor, der „nur“ rund 15000 Euro kostet und damit eine neue Untergrenze für den helvetischen Supernobelhersteller markiert. Begleitend gab es einen Solo-Live-Gig mit Vovox-Verkabelung von Heidi Happy, die sich auf einer kleinen Bühne mit diversen selbst gesampelten Loops auf der Gitarre quasi selbst begleitete. Tres charmant! Beinahe ebenso faszinierend spielte anderntags zu üblichen Messezeiten ein größeres Soulution-System, das die überragend gut klingende Magico Q7 voll im Griff hatte. Und auch hier waren wieder Vovox-Kabel mit von der Partie.
Ebenfalls berühmt für seine Kabel ist AudioQuest, doch auf der HighEnd 2016 gab es jede Menge Nicht-Kabeliges zu erleben, vom winzigen neuen Dragonfly-Duo für besseren Klang aus mobilen Gerätschaften über den seriennahen Prototypen eines geschlossenen NightHawk-Kopfhörers (Fotografieren verboten!) bis hin zu edlen Netzfiltern der Extraklasse. Ich erlebte erst eine klare und deutliche Klangsteigerung mit der glänzenden Netzfilterleiste Niagara 1000 für 1200 Euro, doch als echter Hammer im Stil einer Fullsize-Komponente präsentierte sich der AudioQuest Niagara 7000. An diesem Netzfilter spielte die große Moon-Elektronik derart entfesselt auf, dass die nicht unbeträchtliche Investition absolut gerechtfertigt erscheint.
Für kleines Geld stellten die Mitbewerber von IsoTek ein neues Netzkabel in leuchtendem Grün vor, für größere Summen stellten die Briten eine komplett steuerbare Netzversorgung im Profi-Rack vor. Damit ließe sich beispielsweise einer der neuen Integrierten Esoteric-Vollverstärker aus der Ferne einschalten. Oder der neue große DAC von C.E.C., der zwar optisch nicht wirklich, technisch aber perfekt zum Subchassis-Laufwerk passt und die Silberstatic-Flächenstrahler zum Fliegen brachte. Oder der gewaltige, in limitierter Kleinserie wieder aufgelegte „1812“-Subwoofer von Velodyne.
Einige weitere Lautsprecher fielen mir auf der High End 2016 aus dem Augenwinkel auf. Etwa das große AVID-Flaggschiff in Bronze, das die Skyline der Reference-Serie krönt. Oder das Wilson-Audio-Pärchen, das bei Nagra für den guten Klang sorgten. Oder die grandiose Diapason Dynamis, die nicht nur in der FIDELITY international (www.fidelity-magazine.com) einen glänzenden Auftritt hat, sondern in München erstmals in dickem, kunstfertig „gerundetem“ und formumhüllendem Furnier zu sehen war. Als optisches Gegenstück empfahlen sich die so ganz anderen Schallwandler von NIME Audiodesign, die zwar ebenfalls aus Italien stammen, aber nach Futurama oder Stanley Kubrick ausschauen und bei Taurus im Vertrieb sind. Oder die supereleganten Audiodata. Oder die neuen Einstein-Lautsprecher namens The Speaker, die es – mit unterschiedlicher Bestückung – wahlweise auch mit Bassmodul gibt und nicht nur bei den Kollegen für Aufsehen gesorgt haben. Schön, dass Einstein auch gleich die neue The Phonostage gezeigt hat – und einen eigenen Tonarm samt Tonabnehmer (von Ortofon) obendrein. Passte alles prima zu den überragenden TechDAS-Laufwerken. Fehlte eigentlich nur noch eine eigene Tonbandmaschine, aber das dürfte selbst Einstein-Chef Volker Bohlmeier eine Spur zu weit gehen. Dabei waren ausgerechnet Tonbandmaschinen auf der ganzen Messe präsent. Offenbar sind echte Highender nach wie vor bereit, für höchstes analoges Klangvergnügen auch maximalen Aufwand zu betreiben.


Wäre es dann nicht schlüssig, sich gleich einen Live-Musiker einzubestellen? Genau das hat Audio Note auf der hifideluxe getan. Okay, die hifideluxe ist in den vergangenen Jahren zu einer fast schon traurigen Nebenveranstaltung geschrumpft, immerhin funktionierte in diesem Jahr der kostenlose Shuttle-Service zwischen MOC und Marriott Hotel weitgehend problemlos. Ich wechselte allerdings nur wegen eines einzigen persönlichen Highlights kurz die Messefronten: Der Cellist Vincent Belangér spielte live „gegen“ bzw. mit eigenen Aufnahmen bei Audio Note UK. Zugegeben, die Idee „Live vs. Konserve“ ist nicht nur alt, sondern für die jeweilige HiFi-Anlage üblicherweise ein klangliches Desaster. Bei Audio Note jedoch, wo ich prompt auf den Kollegen Hans von Draminski traf, wer es schlicht verblüffend, wie nahe das AN-System (u.a. mit Meishu Silver Signature) am Originalklang des Cellos dran ist. Mit geschlossenen Augen verschmolzen Live-Performance und Aufnahme sogar zu einer Einheit. Wir genossen eine sensationelle Klangfarbenpracht, schier ungebremste Dynamik und absolut glaubhafte Körperhaftigkeit, und zwar nicht nur vom Originalinstrument des frankokanadischen Saitenvirtuosen. Den wirklich nur minimalen Unterschied zwischen Live und Konserve durfte im DAC und der Ausgangsstufe des Mediaplayers des Künstlers vermutet werden.
Und weil ich mit diesem Kurzbesuch auf der hifideluxe quasi schon „außer Haus“ weilte, möchte ich abschließend noch ein Wort zu einem ganz anderen Trend im Fahrwasser der High End loswerden. Immer wieder war im Vorfeld der High End zu hören: „Wir präsentieren unsere Spezialitäten zur Messezeit an noch ganz anderen Stellen in München“. High-End-Perlen aus Berlin, der Schweiz und sonst wo her, aber auch ein Wunderschallwandler aus Ungarn sollten irgendwo in der Landeshauptstadt zu erleben sein – samt und sonders natürlich Weltsensationen, die jeder Interessierte einfach gesehen haben müsse, und ein wahrer Highender natürlich gleich zweimal! Jeder dieser Veranstaltungsorte sollte auch immer „nur fünf Minuten von der Messe entfernt“ sein (was auch immer das konkret bedeuten soll) und ich müsse deswegen doch unbedingt … Ok, Leute, wisst Ihr was? Kommt doch einfach auf die HighEnd, dann haben wir alle was davon!
Dann könnt ihr vielleicht auch mal mit dem Technical Grammy posieren, der in diesem Jahr an EMT verliehen wurde. EMT-Chef Jules Limon war darauf stolz wie (ein) Oscar. Wir machten uns nach dem gemeinsamen Foto-Shooting übrigens auf den Weg zu einem ganz besonderen Heavy-Duty-Kühlschrank und erfreuten uns am FIDELITY-Stand über problemloses Streaming der köstlichen Art.
Eine Wiederholung ist für das kommende Jahr bereits fixiert: Die High End 2017 findet vom 18. bis 21. Mai 2017 statt.

Die angezeigten Preise sind gültig zum Zeitpunkt der Evaluierung. Abweichungen hierzu sind möglich.
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