Der etwas andere Gastro-Tipp zur HIGH END München: Kooks

 

Betreutes Trinken im zweiten Frühling

 

 

KooksVon der Wand im Gang zu den Toiletten überwachen vier gerahmte Porträts den ordnungsgemäßen Betriebsablauf, die nach einer nicht repräsentativen Stichprobe nur etwa die Hälfte der Gäste eindeutig zuordnen können. Macht nichts, zumindest ist man ins Gespräch gekommen. Das passiert übrigens schnell im Kooks, denn so etwas wie Standes- oder Altersdünkel scheint es dort nicht zu geben. In der gemütlichen Kneipe im Glockenbachviertel trifft sich der gegenkulturelle Mainstream der Achtziger und Neunziger, um wieder einmal ein Fass aufzumachen, genauso wie jüngere Generationen von Nachtschwärmern oder schlicht Anwohner aus der Nachbarschaft. Dass darunter auch eine beträchtliche Anzahl „Silver-Clubber“ zu finden ist, liegt in der Natur der Sache und hebt das Kooks wohltuend von Bars ab, in denen man sich jenseits der Vierzig als Aufpasser fühlt und als vermeintlicher Zivilfahnder argwöhnisch beäugt wird.

KooksWenn nicht gerade ein Konzert oder Kleinkunst stattfindet, lümmelt man sich in Polstermöbel auf der niedrigen Bühne oder sitzt auf weißen, weichen Barhockern am Tresen bzw. um ein den übersichtlichen Raum zentral dominierendes Bierfass. Die Bar ist leidlich gut sortiert und Bier (Augustiner und Tegernseer) sowie Longdrinks und Kurze flutschen wie bestellt. Ausgefallenere Wünsche sollte man sich für einen anderen Anlass aufheben – wir sind schließlich nicht im Schumann’s. Dafür sind die Barkeeper/innen geradezu unprofessionell freundlich und eher kumpelhaft locker als förmlich. Aus den wie mittlerweile allgemein üblich in die Ecken gequetschten, heillos überforderten Brüllwürfeln tropft heiser und zähflüssig, was wechselnde DJs für angemessen halten. Wochentags wühlt man sich gerne durch die ausgefallenen und raren Scheiben, am Wochenende ist die Auswahl oft nicht besonders originell oder hip, sondern bleibt auf der sicheren Seite – einfach gute Musik, an die man sich in den letzten Jahrzehnten gewöhnt hat. Vielleicht ist es diese demonstrative Unaufgeregtheit, die das Kooks so aufregend macht. Ein heißer Tipp für Messebesucher, die den Tag gemütlich bei einem frisch Gezapften ausklingen lassen wollen. Das Kooks befindet sich in der Geyerstraße 18, in der Nähe des Baldeplatzes, und hat außer sonntags von 20:00 bis 02:00 Uhr geöffnet.

 

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