Piega Master Line Source 2

Von schönen Rücken und purem Entzücken

Ein Hauch von Unendlichkeit war zu spüren, als Piega Ende 2013 seinen neuen Top-Schallwandler vorstellte. Für das vierteilige Lautsprechersystem „Master Line Source“ sollte man rund 165.000 Euro zur Verfügung haben, doch das Nonplusultra-Modell fordert auch ordentlich Freiraum zur korrekten Aufstellung. Die vier mannshohen Säulen der Piega MLS freuen sich jedenfalls über reichlich Platz zum Durchatmen.


Nun ergänzt Piega seine Master-Serie um ein kleineres, deutlich preisgünstigeres Modell, das mindestens ebensoviel Aufsehen erregen wird, dabei aber viel weniger Platz beansprucht. Die Master Line Source 2 (MLS 2) vereint quintessenzielle Piega-Prinzipien in „nur“ zwei statt vier Säulen, hat aber technologisch eine ganze Menge zu bieten. Chefentwickler Kurt Scheuch entwickelte für die MLS 2 beispielsweise einen neuen, ebenso verzerrungsarmen wie effizienten „Line Source Driver“. Dieser wird im eigenen Hause aufwendig handgefertigt; Parallelen zum ambitionierten Musikinstrumentenbau sind bei der akribischen Fertigung unübersehbar.

Zudem lässt er sich ohne Nachteile übereinander montieren („stacken“). Dabei verhalten sich das zentrale Hochtonbändchen und die flankierenden Mitteltonbändchen des Elements akustisch günstig, indem sie den Vorteil einer zylinderförmigen Schallabstrahlung noch vergrößern. Akustische Einflüsse des Raumes durch Decken- und Bodenreflexionen werden durch das „Stacken“ minimiert, die Schallabstrahlung des Lautsprechers homogenisiert. Die neue Piega MLS 2 besitzt pro Einheit vier Line Source Driver, die alle Frequenzen ab etwa 400 Hertz übertragen. Als obere Grenzfrequenz nennt Piega 50 kHz.


Obwohl die MLS 2 als Dipol-Konstruktion den Schall auch nach hinten abstrahlt, darf sie sogar wandnah positioniert werden. Ein geniales Diffusor-Design macht’s möglich: Vertikale Rippen über die gesamte Bauhöhe der Line Source Driver führen den Blick über das Heck elegant nach innen. Diese massive, aufwendig konstruierte Akustiklinse verteilt den rückwärtigen Schallanteil des Driver-Quartetts definiert und gleichmäßig im Raum – und sieht zugleich dermaßen gut aus, dass wir einen unverstellten Blick auf die Rückseite der MLS 2 nur empfehlen können. FIDELITY kennt kaum einen anderen Lautsprecher, der auch rückseits eine ausgeprochene Schokoladenseite zu bieten hat.
Für die Tief- und Grundtonlagen werden pro Lautsprecher zwei aktive und zwei passive Basstreiber vom norwegischen Spezialisten SEAS verbaut. Klaus Futtrup – vormals bei ScanSpeak, nun bei SEAS tätig – realisierte die Wünsche von Kurt Scheuch und dem Piega-Team in einem Wunsch-Chassis, das bis 400 Hertz hinauf für fundamentalen Bass und lebendigen Grundton sorgt. Das Bass-Quartett im 22-Zentimeter-Format produziert in der 64-Liter-Kammer der MLS 2 Frequenzen bis auf 20 Hertz hinab, so Piega. Die beiden Passivmembranen sind dabei auf der Rückseite angebracht. Und die, so wissen wir jetzt, ist ohnehin eine Schau.


Der Paarpreis der Piega MLS 2 wird sich sehr deutlich noch im fünfstelligen Bereich bewegen. Gleichwohl ist die kleine große Piega geeignet, ihrer großen Überschwester in manchen Disziplinen glatt den Rang abzulaufen. Chefentwickler Kurt Scheuch und Designer Stephan Hürlemann haben mit der MLS 2 ein echtes Glanzstück abgeliefert. Dank Akustiklinse und recht wandnaher Aufstellung beansprucht die bildhübsche, schlanke MLS 2 erstaunlich wenig Platz im Raum: Endlich gibt es einen ausgewachsenen Dipol-Schallwandler, der auch problemlos in mittelgroßen Wohnzimmern unterzubringen ist.

 

www.in-akustik.com

www.piega.ch

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