Rockidelity Review – Don Airey: Keyed Up

 

Don Airey Keyed Up

Don Airey: Keyed Up
Label: Mascot
Format: CD

In der klassischen Rockmusik haben nur die Gitarristen das Sagen. – Nein, das wäre ja langweilig. Zum Glück gab es einen Keith Emerson, einen Jon Lord, einen Dave Greenslade, Rick van der Linden, Rick Wakeman, Thijs van Leer, Brian Auger, Manfred Mann … und: Don Airey. Der heute 65-jährige Engländer hat in so vielen Bands die Keyboards gespielt, dass er als wandelnde Rockhistorie durchgeht. Zu den Stationen seiner Karriere gehören Colosseum II, Black Sabbath, Gary Moore, Rainbow, Michael Schenker, Whitesnake, Judas Priest – und natürlich Deep Purple, wo er seit mehr als einem Jahrzehnt schon in die Tasten haut. Sein neues Soloalbum Keyed Up ist eine Art Bilanz. Momente seiner Laufbahn blitzen hier wieder auf – Gary Moore ist noch einmal zu hören, Rainbows Graham Bonnet, Themen von Rainbow und Colosseum II –, aber das Album ist vor allem eine Bilanz des Art- und Hardrock aus Keyboarder-Sicht. Natürlich dominiert die Hammondorgel, es gibt eine Verbeugung vor Keith Emerson und The Nice und – wie bei den Rock-Keyboardern üblich – jede Menge Zitate aus der Klassik (Beethoven, Albinoni, Mozart …). Wer einfach nur straighten Hardrock mag, findet auf Keyed Up eine Reihe sehr ordentlicher neuer Songs wie „3 In The Morning“, „Beat The Retreat“, „Solomons Song“ und „Grace“ – alle geschrieben von Don Airey und seinem Sänger Carl Sentance. Aber wer zudem eine richtig gute Rock-Orgel schätzt, diesen fauchenden Sound, diese technische Brillanz, diese angejazzten Soli à la Emerson und Lord, der kann mit Keyed Up richtig glücklich werden.

 

Dieser Beitrag erschien ursprünglich in FIDELITY Nr. 13 (03/2014)

 

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