Viktor Ullmann Norbert von Hannenheim Moritz Ernst Piano Sonatas

Moritz Ernst

Viktor Ullmann, Norbert von Hannenheim – Klaviersonaten

Label: eda

Format: CD

 

Viktor Ullmann und Norbert von Hannenheim, beide 1898 geboren, beide von den Nazis ermordet, beide Schönberg-Schüler – diese Doppel-CD widmet sich in bemerkenswerter Weise zwei Vergessenen der Musikgeschichte. Bereits der Einstieg mit Ullmanns letzter Sonate führt direkt in dessen Kompositionsweise hinein. Da wimmelt es von unterschiedlichen Eindrücken – boulevardeske Motive, bizarre Floskeln und eine traditionelle Grenzen sprengende Harmonik. Ullmann fasst hier ein halbes Jahrhundert Klaviermusik zusammen, ohne jemals in Flickschusterei zu verfallen. Im Gegenteil: Die Musik erweist sich als im höchsten Grade organisch, entwickelt sich unter den Händen des kongenialen Interpreten immer zu einem stimmigen Ganzen. Mit äußerster rhythmischer und dynamischer Präzision werden Feinheiten herausgearbeitet, aber nicht etwa als vereinzelte klangliche ‚Schmankerl‘ aufgetischt, sondern als Details hörbar gemacht, die für das große Ganze notwendig sind. Selbst hochvirtuose Stellen meistert Ernst dank seiner phänomenalen handwerklichen Technik mit solcher Leichtigkeit, dass man nie auch nur ein Hauch von Theaterdonner in solchen Momenten verspürt. Hannenheims kurze Sonaten sind dagegen introvertierter. Faszinierend, wie es Ernst gelingt, die oft nur zweistimmige Linienführung in den langsamen Sätzen mit einer nie nachlassenden inneren Spannung wiederzugeben. Nicht zuletzt rückt eine sehr transparente Aufnahmetechnik diese eindrucksvolle Interpretation vergessener Klavierkompositionen ins rechte Licht. Zweifelsohne schon jetzt eine der wichtigsten Klassik-Neuerscheinungen dieses Jahres.

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