Mighty Sam McClain & Knut Reiersrud
Tears Of The World
Label: Act Music
Format: CD, Vinyl

Ja, das ist ein Vermächtnis, das dem Professor zu Herzen geht. Daher werde ich diese Zeilen hier schreiben und den in mir pulsierenden Algorithmus des Scherzwortes ruhig stellen. Am 16. Juni, kurz vor Fertigstellung der Rhythm and Funk Revue, verstarb Mighty Sam McClain im Alter von 72 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls. Damit ist nach dem Tod von Sängern wie Solomon Burke, Percy Sledge und Bobby Bland eine der letzten großen R&B-Stimmen verstummt. Bis kurz vor seinem letzten Tag aber war Mighty Sam im Studio, nicht in Memphis, nicht in New Orleans in Louisiana, seinem Heimatstaat, nein, in Oslo. Denn Mighty Sam McClain war es ergangen wie so vielen großen Soul-Sängern vergangener Tage: Er war in Vergessenheit geraten. Zum Glück aber kreuzte sich sein Weg mit dem von Knut Reiersrud, dem Paten der norwegischen Jazz- und Bluesszene, der bereits mit Buddy Guy und Otis Rush gespielt hatte. Reiersrud also ist ein Mann, der zwar gerne mit albernem blauen Pepitahut auftritt , den Blues aber verstanden hat. Und er erkannte das große Potenzial von Mighty Sams unvergleichlicher Stimme. Das gemeinsame Werk Tears Of Th e World, erschienen beim Münchner Jazz-Label Act, ist nun also das Vermächtnis eines großen, eines fantastischen, eines zu wenig beachteten Musikers. Ein großer Wurf, ganz zum Schluss. Soul Funk, wie ihn der Professor liebt und seinen Lesern immer wieder ans Herz nageln möchte. Allein Mighty Sams Eigenkomposition „Things Ain’t What They Used To Be“: Da will man sofort auf die Straße hinaus, tanzen, wie es in Louisiana bei Beerdigungen Brauchtum ist. Rest in Peace.

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